Unternehmen / Konsum

Lastminute ernennt Interims-CEO

Da die beiden Geschäftsführer Fabio Cannavale und Andrea Bertoli in Untersuchungshaft sitzen, übernimmt Laura Amoretti interimistisch die Führung.

(AWP/TR) Der im Zentrum einer Untersuchung wegen möglichen Sozialhilfebetrugs stehende Online-Reiseanbieter LM Group (Lastminute) krempelt die Firmensitze um. Laura Amoretti übernimmt interimistisch die Aufgaben der beiden Geschäftsführer Fabio Cannavale (CEO) und Andrea Bertoli (COO). Darüber hinaus leitet das Unternehmen die Suche nach einem dauerhaften Nachfolger für den CEO ein und liefert vorab Zahlen.

Cannavale und Bertoli sitzen seit letzter Woche in Untersuchungshaft. Die den beiden Managern übertragenen Befugnisse werden im Zusammenhang mit der laufenden Untersuchung der Staatsanwaltschaft des Kantons Tessin für einen Zeitraum von drei Monaten ausgesetzt, hat das Unternehmen am Montag mitgeteilt.

Amoretti ist seit 2019 Chief Customer Officer der Gruppe und seit mehreren Jahren Geschäftsführerin verschiedener Tochtergesellschaften von LM.

Mit der Personalmeldung veröffentlicht LM Group erste Hinweise auf das noch laufende Quartal: Der Umsatz werde von April bis Juni voraussichtlich etwas höher sein als im zweiten Quartal 2019, also das Vor-Corona-Niveau übersteigen. Der Erlös soll bei mehr als dem Doppelten des Umsatzes aus dem zweiten Quartal 2021 liegen. Auch die Rentabilität soll Vorkrisenniveau erreichen. Anfang August liefert das Unternehmen den vollständigen Zahlenkranz.

Vergangenen Mittwoch hatte die Tessiner Staatsanwaltschaft gegen verschiedene Schweizer LM-Group-Tochtergesellschaften Ermittlungen aufgenommen. Sie werden des Betrugs, unrechtmässiger Inanspruchnahme von Sozialversicherungs- oder Sozialhilfeleistungen und der Verletzung des Schweizer Arbeitslosenversicherungsgesetzes verdächtigt.

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