Märkte / Makro

Lateinamerika: geschwächt aus der Krise

Die Pandemie trifft die mittel- und die südamerikanischen Länder besonders hart und verschärft politische Konflikte. Etwas Hoffnung gibt die Rohstoffhausse.

Durch die globale Rezession nach der Finanzkrise von 2008/09 kam Lateinamerika dank dem Rohstoffreichtum relativ gut. Die Coronapandemie hingegen reisst die Region in eine Krise, in der die Schwächen offengelegt werden und sich die politischen Fronten verhärten.

In kaum einer anderen Weltgegend hat das Coronavirus so viele Opfer gefordert wie in Lateinamerika. In Brasilien ist offiziell fast eine halbe Million Menschen an Covid-19 gestorben. Und während die Zahl der Neuinfektionen in Europa und den USA deutlich zurückgeht, wird Argentinien von einer heftigen dritten Welle überrollt.Mit Ausnahme von Chile liegen die lateinamerikanischen Länder beim Impfen zurück. In Brasilien hat bisher nur etwas mehr als ein Viertel der Bevölkerung die erste Dosis erhalten.

Ideologisch gespalten

Die Pandemie hat Lateinamerika auch wirtschaftlich zurückgeworfen. In Mexiko, Argentinien und Peru ist das Bruttoinlandprodukt (BIP) 2020 rund 10% eingebrochen. Dadurch sind die Verteilungskämpfe noch härter geworden und die politischen Gräber tiefer. Sogar in Kolumbien, wo sich seit dem Friedensvertrag mit den Farc-Rebellen 2016 vieles gebessert hat, kam es im Mai zu heftigen Protesten gegen die Regierung, bei denen über vierzig Menschen umgekommen sind.

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