Unternehmen / Schweiz

Leclanché will weitere Kapitalerhöhung

Der Batteriehersteller hat einen Rückschlag erlitten. Das Unternehmen strebt eine Kapitalerhöhung über die Verselbständigung der Einheiten an.

(AWP/SYC) Der Westschweizer Batterie-Hersteller Leclanché (LECN 1 -9.09%) hat im ersten Halbjahr einen deutlich tieferen Umsatz ausgewiesen. Aufgrund des Auftragsbestandes rechnet das Unternehmen in Zukunft jedoch mit Wachstum. Die Geschäftseinheiten sollen ab dem kommenden Jahr eigenständig organisiert werden und für Investitionen von langfristigen strategischen Aktionären geöffnet werden.

Der Umsatz im ersten Halbjahr betrug 7,0 Mio. Fr., verglichen mit 22,3 Mio. in der Vorjahresperiode. Leclanché macht die verzögerte Projektfinanzierung bei dem Energiespeicherprojekt auf der Karibikinsel St. Kitts und eine länger als erwartete Anlaufphase dafür verantwortlich. Zudem habe es Verzögerungen in der Produktion aufgrund einer Sicherheitsüberprüfung der Zellfertigungsprozesse gegeben, hiess es weiter.

Umsatzwachstum im Ausblick

Das Betriebsergebnis auf Stufe Ebitda weist einen Verlust von 28,6 Mio. Fr. aus, nach einem Fehlbetrag von 22,8 Mio. im Vorjahr. Unter dem Strich resultierte ein Minus von 33,7 Mio. (25,2 Mio.).

Für die zweite Jahreshälfte und für 2020 rechnet das Unternehmen mit steigenden Umsätzen. Die fest verbuchten Aufträge und Leistungen würden sich auf 100 Mio. Fr. belaufen. Darin enthalten ist auch das bereits angekündigte Solar-Projekt im Karibikstaat St. Kitts und Nevis im Umfang von 57 Mio. Fr., das ursprünglich im April hätte starten sollen. Neu rechnet das Unternehmen mit Abschluss der Finanzierung bis November 2019. Bis Ende 2020 berichtet das Unternehmen von Aufträgen im Wert von 120 Mio. Fr., von 2020 bis 2023 seien Projekte für insgesamt 166 Mio. Fr. in der Pipeline, deren 115 Mio. Fr. in der Sparte E-Transport anfallen sollen.

Reorganisation mit vielen Fragezeichen

Die drei Einheiten «Stationary Storage», «eTransport Solutions» und «Specialty Battery System» sollen ab 2020 als eigenständige Einheiten mit eigener Erfolgsrechnung geführt werden. Diese sollen ausserdem für langfristige strategische Aktionäre geöffnet werden. Bestehende Aktionäre könnten zu Vorzugskonditionen in diese Geschäftseinheiten investieren, hiess es weiter. Was das für die bestehenden Aktionäre bedeuten könnte, blieb allerdings unklar.

Sicher ist, dass den Investoren eine Verwässerung blüht. Die Einheiten separat an der Börse zu kotieren, sei eine Option, sagte CEO Anil Srivastava. Mit Aufträgen im Wert von 70 Mio. Fr. (Stationary Storag), 45 Mio. Fr. (eTransport Solutions) und 5 Mio. Fr. (Specialty Battery Systems) dürften sie allerdings kaum eine interessante Grösse erreichen. Erst im Dezember hatten die Aktionäre von Leclanché einer Kapitalerhöhung im Umfang von 55 Mio. Fr. zugestimmt.