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Leerverkäufer bleiben skeptisch zu Tech-Titeln

Die Rangliste der am meisten geshorteten Aktien des SPI hat sich im Juni kaum geändert. Zwei der drei Spitzenreiter sind die gleichen wie Ende Mai.

Basilea stehen im Fokus der Leerverkäufer. Die Titel des Pharma- und Biotech-Unternehmens figurieren mit 14,6% Leerpositionen gemessen an der Gesamtzahl ausstehender Aktien weiterhin an der Spitze der am meisten geshorteten Aktien im Swiss Performance Index (SPI).

Platz drei nehmen wie schon im Vormonat Autoneum ein, wie den Monatsdaten des Finanzdienstleisters IHS Markit zu entnehmen ist. Immerhin nahm die Zahl der Shortpositionen für den Autozulieferer ab.

Einen Wechsel gab es auf Rang zwei. Dort stehen neu die Aktien des Solarzulieferers Meyer Burger, die unter den Anlegern auf immer breitere Skepsis stossen. Die Zahl der leerverkauften Papiere stieg im Monatsvergleich um ein Viertel. Bereits im Vormonat hatten sich Anleger zusehends von Meyer Burger abgewandt. Inzwischen notieren die Aktien wieder nahe 50 Rappen wie vor Jahresfrist, der Ausflug in Richtung 1 Fr. war von kurzer Dauer.

Das Unternehmen leidet unter dem zunehmenden Konkurrenzdruck durch chinesische Anbieter auch in Europa. Leerverkäufer spekulieren auf fallende Kurse. Sie verkaufen geliehene Titel in der Erwartung, sie später zu günstigeren Kursen zurückkaufen zu können und dem Verleiher zurückzugeben. Die Differenz streichen sie als Gewinn ein.

Andere Technologietitel, die im Juni unter den Top Ten der leerverkauften Aktien auftauchen, sind AMS und U-Blox.  Die Chiphersteller stehen im Spannungsfeld USA – China, sei es wegen der Mobilfunktechnologie oder der Automobilindustrie. Während der Druck auf AMS etwas geringer wurde, traf es U-Blox härter als im Vormonat.

Einen ähnlichen Trend verzeichneten Komax, die gut 85% des Umsatzes mit Produkten für die Automobilindustrie erarbeitet. Auch die Papiere des Sensorherstellers Sensirion und des Vakuumventilspezialisten VAT zählen seit längerem regelmässig zu den gegenüber Leerverkäufen exponierten Titeln des SPI. Beide reagieren schnell auf kleine Regungen im Handelsstreit zwischen den USA und China.

Die Aktien des Stromzählerherstellers Landis+Gyr erscheinen ebenfalls nicht zum ersten Mal auf der Markit-Rangliste. Die Performance der Titel seit Anfang Jahr beeindruckt, obwohl sie gegen Monatsende Terrain abgaben. Die Skepsis betreffend Margenpotenzial hat sich nicht verflüchtigt. Etwas entspannt hat sich dagegen die Einstellung der Anleger, was die Versandapotheke Zur Rose betrifft.

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