Unternehmen / Schweiz

Leerverkäufer entdecken Kudelski

Das alte Spitzentrio ist auch das neue: Meyer Burger, Komax und Basilea.

In der Rangliste der am häufigsten leerverkauften Aktien an der SIX Swiss Exchange stehen drei alte Bekannte weiterhin auf den Podestplätzen. Nur die Reihenfolge hat sich im vergangenen Monat geändert. Ganz oben platziert sind neu Meyer ­Burger. Aufgerückt sind Komax (KOMN 242.00 -2.5%), während Basilea (BSLN 38.48 +1.53%) neu auf Platz drei rangieren. Aus dem Spitzentrio sind die Werte des Biopharmaunternehmens die einzigen, die weniger Shortpositionen als Ende November aufweisen.

Interesse lässt etwas nach

Tendenziell ist das Interesse der ­Anleger, die auf sinkende Kurse wetten, eher gesunken. Nur drei der zehn Rang­listenersten, die der Finanzdienst IHS Markit ermittelt hat, weisen derzeit Leerverkaufspositionen aus, die 10% der ausstehenden Aktien übertreffen. Ende November traf dies noch in sechs von zehn Fällen zu.

Der Solarzulieferer Meyer Burger (MBTN 0.46 -2.6%) ist noch lange nicht über den Berg. Auch der Verkauf des Inkjet-Printer-Geschäfts an eine niederländische Gesellschaft brachte kaum eine Linderung. Es fehlen weiterhin substanzielle Neuaufträge. Je länger die Orderliste leer bleibt, desto skeptischer werden die Anleger, wie die Entwicklung der Short-Positionen zeigt. Die Aktien notieren 15% niedriger als Ende November.

Kaum einen Unterschied zum dama­ligen Stand zeigen Komax. Die Aktien des Autozulieferers haben sich seit August kräftig erholt. Wohl zu ausgeprägt in den Augen einiger Marktteilnehmer, die dem Formstand der Automobilindustrie ins­gesamt nicht trauen. Ein Gegenbeispiel zu der skeptischen Sicht auf die Branche liefern Autoneum (AUTN 141.00 -3.36%): Die Aktien sind aus der Top-Ten-Liste gefallen. Dazu werden die Millionendarlehen der Grossaktionäre Pieper und Spuhler beigetragen haben. Ihr Engagement verhinderte wohl, dass am Markt die Sorgen um die finanzielle ­Situation von Autoneum zu gross werden.

Drei Neulinge

Neu in den Top Ten figurieren drei Unternehmen aus unterschiedlichen Branchen. Bereits im Mittelfeld finden sich Kudelski (KUD 3.50 0%) wieder. Der IT-Sicherheits- und Verschlüsselungsspezialist korrigierte seine Finanzziele für 2019 nach unten. Auslöser war die Baisse der Sparte Public Access. Die anderen beiden Neulinge sind der Vermögensverwalter GAM (GAM 1.29 -5.84%) und der Verpackungsmaschinenhersteller Bobst (BOBNN 78.80 -4.02%).

Aus der Rangliste verabschiedet haben sich zudem U-Blox (UBXN 65.55 -4.45%) und Implenia (IMPN 18.31 -3.68%). Im Fall des Chipentwicklers ist dies eher über­raschend. Die Verschiebung der Mittelfristziele wurde wohl registriert, tat dem Aufwärtstrend der Aktien aber keinen Abbruch. Im Baukonzern Implenia hat sich die Situation nach den herbstlichen Wirren merklich entspannt, was sich in der Kursstabilisierung spiegelt.