Unternehmen / Schweiz

Leerverkäufer legen bei Liebling Aryzta nach

Die Top Ten der leerverkauften Schweizer Aktien werden weiter vom gebeutelten Backwarenhersteller angeführt. Neu dabei ist Basilea, die Comet verdrängt hat.

Aryzta, Meyer Burger, Landis+Gyr sowie Dufry belegten auch im August die ersten vier Plätze unter den Top Ten der leerverkauften Schweizer Aktien. Das zeigt die Auswertung des Finanzdatendienstleisters IHS Markit für «Finanz und Wirtschaft». Wer Aktien leerverkauft, spekuliert auf sinkende Kurse. Dabei werden geliehene Titel in der Erwartung verkauft, sie später günstiger zurückkaufen (und dem Verleiher zurückgeben) zu können.

Der Backwarenhersteller Aryzta bietet dieses Jahr genügend Angriffsfläche, um auf einen fallenden Aktienkurs zu setzen. Zwei Gewinnwarnungen hat die Gesellschaft dieses Jahr bereits herausgegeben, dazu plagen sie hohe Schulden. Den Befreiungsschlag erhofft sie sich von der im August angekündigten Kapitalerhöhung. Die Leerverkäufer hat das bisher nicht beeindruckt.

Ein anderes Unternehmen in Turbulenzen und weiterhin auf Platz zwei der leerverkauften Schweizer Aktien ist Meyer Burger. Im August sah sich das Management des Solarzulieferers heftiger Kritik des grössten Aktionärs Petr Kondrashev ausgesetzt, Ende des Monats wurde der Finanzchef ausgewechselt. Zum Halbjahr konnte das Unternehmen zwar seit langem wieder Gewinn ausweisen, doch das Marktumfeld bleibt hart.

Neu auf Platz fünf der leerverkauften Aktien ist Basilea in die Top Ten zurückgekehrt. Bei der Biotech-Gesellschaft stellen die Leerverkäufe allerdings Absicherungsgeschäfte gegenüber der von ihr begebenen Wandelanleihe dar. Der Fall zeigt, dass Leerverkäufe nicht immer nur eine Wette auf sinkende Kurse sind.

Basilea drängt damit Comet aus den Top Ten. Im August präsentierte das Technologieunternehmen zwar einen Einbruch des Halbjahresgewinns. Die Perspektiven sind allerdings gut, die wichtigen Baustellen dürften im kommenden Jahr abgeschlossen sein und die Titel ihren Boden gefunden haben.

Zugenommen haben hingegen die Leeverkaufspositionen in U-Blox. Der Spezialist für Positionierungschips sieht sich als Opfer des von US-Präsident Trump angezettelten Handelsstreits und meldete im August eine starke Abflachung der Umsatzentwicklung im ersten Halbjahr. U-Blox revidierte im gleichen Zug ihre Ziele für 2018 nach unten.

Ein ähnliches Bild bietet Dormakaba. Der Schliesstechniker musste ebenfalls seine Prognose für das Gesamtjahr kassieren und  gab Ende Juli sogar eine Gewinnwarnung heraus.

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