Märkte / Aktien

Leerverkäufe nehmen zu

Swatch Group Inhaber sind gemäss den jüngsten Daten von Markit vermehrt Ziel von Spekulationen auf fallende Kurse. Zuoberst auf der Rangliste der am meisten ausgeliehenen Titel figuriert aber Meyer Burger.

Gemäss Finanzdatendienst Markit sind per 24. September 1,14% aller Titel von Gesellschaften aus dem Swiss Performance Index (SPI (SXGE 12488.41 -0.23%)) ausgeliehen gewesen. Mehr waren  es in den vergangenen zwölf Monaten nur Anfang Mai (1,16%). Die jüngsten Daten weisen darauf hin, dass die Leerverkäufe, mit denen Anleger auf fallende Kurse spekulieren, wieder zugenommen haben.

In der Rangliste der am meisten leerverkauften Aktien sind die Inhaber von Swatch Group (UHR 193.2 -0.67%) weiter nach oben geklettert. Wie Nick Hayek, CEO des Uhrenherstellers, mehrfach erklärte, fürchtet er die vorvergangene Woche spektakulär lancierte Apple (AAPL 455.61 3.49%) Watch nicht. Manche Marktteilnehmer glauben indes, der US-Techkonzern werde mit seiner smarten Uhr den Markt aufmischen. In der Folge haben die Swatch-Inhaber diese Woche auch die charttechnische Unterstützung bei 470 Fr. unterschritten – was weitere Leerverkäufer anzieht.

Ganz oben auf der Rangliste figuriert der seit langem kriselnde Solarzulieferer Meyer Burger (MBTN 0.147 -2.46%), einer der «üblichen Verdächtigen», wie ein Fondsmanager kommentiert. Er wundert sich aber darüber, wie die Titelausleihungen in Monatsfrist weitere 22% zunehmen konnten. Er möchte die Meyer-Burger-Aktien auch gern shorten, also leer verkaufen. Doch er findet gar keine Titel mehr zum Ausleihen – fast 25% dieser Aktien sind schon ausgeliehen. Ein Grund für die weiter gestiegene Nachfrage der Leerverkäufer ist, dass Meyer Burger letzte Woche eine Wandelanleihe platzierte. Manche Investoren kaufen nun die Wandelanleihe und shorten andererseits die Aktien.