Meinungen

Lehren aus der Finanzmarktkrise

Über die Stärken und Schwächen der Volkswirtschaftslehre muss nachgedacht werden. Ökonomische Einsichten und Theorien sind immer bestenfalls vorläufig gültig, schreibt Wirtschaftsprofessor Thomas Straubhaar.

Thomas Straubhaar
«In der Ökonomik darf keine Exaktheit von Kausalitäten und Prognosen erwartet werden.»

Die Finanzmarktkrise hat nicht nur die Weltwirtschaft erschüttert. Sie bedeutet auch für die Ökonomik einen fundamentalen Einschnitt. Dabei wäre es töricht, der Volkswirtschaftslehre (VWL) die Schuld an der Finanzmarktkrise zu geben. Die Ökonomik kann genauso wenig für Fehlverhalten von Regierungen verantwortlich gemacht werden wie die Physik für den Abwurf von Atombomben. Ebenso falsch ist es, den Volkswirten generell den Vorwurf zu machen, sie hätten die ­Finanzmarktkrise weder vorausgesehen noch davor gewarnt. Es gab viele Ökonomen, die sehr wohl früh­zeitig erkannt hatten, dass mit der politisch initiierten Schaffung eines gemeinsamen Euroraums und einer ­zunächst in den USA, später auch in Europa verfolgten Politik des billigen Geldes eine makroökonomisch instabile Gemengelage entstand. Dieser Text ist für Abonnentinnen und Abonnenten reserviert. Digital 5 Wochen ab CHF 20.– Jetzt testen Bereits abonniert?