Märkte / Aktien

SMI klettert über 11’800 Punkte

Mitte Woche präsentierte sich der Schweizer Aktienmarkt eher zurückhaltend. Der SMI notierte zum Schluss 11'814,59 Punkte.

(AWP) Am Schweizer Aktienmarkt haben sich die Investoren am Mittwoch im Verlauf des Tages aus der Deckung gewagt und zugekauft. Nach anfänglichen Einbussen rückte der Leitindex SMI (SMI 11'961.34 +0.58%) bei Handelshälfte in die Gewinnzone vor und kletterte am Nachmittag gar über die Marke von 11’800 Punkten. Gefragt waren dank beruhigender Konjunkturdaten aus China und den etwas in den Hintergrund gedrängten Inflationssorgen Zykliker. Im Gegenzug kamen Finanztitel unter Druck, und auch die defensiven Pharmaschwergewichte waren auf der Verliererseite zu finden.

Das Marktgeschehen am Mittwoch sei im Kontrast zu den letzten Handelstagen zu sehen, als Finanzwerte und defensive Papiere zu den Gewinnern gezählt und Wachstums- sowie Industrietitel eher mit Abgaben zu kämpfen gehabt hätten, sagte ein Finanzanalyst. Das Thema an der Börse blieben aber die Inflationssorgen, wobei sich der Preisauftrieb in den USA mit den steigenden Energiepreisen im September noch etwas beschleunigt hat. In den kommenden Tagen dürfte sich der Fokus der Anleger verstärkt auf die Berichtssaison der Unternehmen richten. Zugleich gebe es nach wie vor offene Fragen zur Krise des chinesischen Immobilienriesen Evergrande (3333 0.31 -5.27%).

Der SMI gewann am Mittwoch bei Börsenschluss 0,49% auf 11’814,59 Zähler dazu. Der SLI, in dem die 30 wichtigsten Aktien enthalten sind, stieg gar um 0,72% auf 1912,72 und der breite SPI (SXGE 15'436.66 +0.5%) um 0,67% auf 15’246,01 Punkte. Im SLI standen am Ende zwanzig Gewinner zehn Verlierern gegenüber.

Die Blue Chips wurden bis zum Schluss von Temenos (TEMN 115.20 -13.74%) angeführt. Der Bankensoftwarespezialist hat mit der amerikanischen Finanztechnologie-Firma Green Dot einen weiteren Kunden gewonnen. Zudem hätten gute Geschäftszahlen der deutschen Software-Schmiede SAP (SAP 126.28 +1.06%) für Rückenwind gesorgt, hiess es am Markt. Temenos wird am morgigen Donnerstag (nachbörslich) Geschäftszahlen vorlegen.

Klar fester schlossen mit Straumann (STMN 1'806.50 +1.23%), Lonza (LONN 721.80 +0.36%) und Sonova (SOON 359.60 +0.33%) auch Vertreter aus dem Medtech- und Pharmasektor. Zudem legten konjunkturabhängige Aktien wie Richemont (CFR 109.90 +1.2%), Sika (SIKA 311.00 +0.91%) oder ABB (ABBN 31.91 +0.73%) kräftig zu. Die besser als erwartet ausgefallenen Exportdaten aus China dürften einigen Zyklikern Aufwind gegeben haben. Zudem hatte der Richemont-Konkurrent LVMH (MC 665.95 0%) aus Frankreich am Vorabend über steigende Umsätze berichtet.

Bei den Schwergewichten standen die fester tendierenden Nestlé-Titel den nachgebenden Pharmawerten Novartis (NOVN 76.93 +0.61%) und Roche (ROG 360.25 +0.87%) gegenüber. Nestlé (NESN 114.82 +0.35%) hatte angekündigt, dass man sich geographisch neu ausrichten werde. So wurden die Zonen Nordamerika und Greater China geschaffen. Sie ergänzen die Zonen Europa, Lateinamerika sowie Asien, Ozeanien und Afrika (AOA). Ausserdem wirft die französische Wettbewerbsbehörde nebst anderen Unternehmen auch Nestlé-Töchtern Einschränkungen des Wettbewerbs vor.

Zur Schwäche neigten am Berichtstag eine Reihe von Finanzwerten. So büssten auf Versicherungsseite Swiss Re (SREN 81.26 +1.09%) und Swiss Life (SLHN 483.80 +1.17%) je 0,7% und Zurich Insurance (ZURN 392.10 +0.44%) 0,6% ein. Die Grossbanken UBS (UBSG 15.88 +0.6%) und Credit Suisse (CSGN 9.79 +1.92%) gaben ebenfalls klar nach. Bei den Banken hat das US-Institut JPMorgan die Berichtssaison eröffnet und konnte einen Gewinnsprung vermelden. Dafür war aber in erster Linie die Auflösung von Kreditreserven verantwortlich.

Im breiten Markt kletterten Bossard (BOSN 337.50 +0.6%) nach der Vorlage von Zahlen um 8,6% in die Höhe. Der «Schraubenhändler» hatte im dritten Quartal die Markterwartungen an die Umsatzentwicklung übertroffen. Insbesondere in Europa und in Asien lief das Geschäft auf Hochtouren.

Zu den grössten Gewinnern zählten auch die Aktien der auf Marktexpansionsdienstleistungen spezialisierten DKSH (DKSH 74.50 -0.07%). Auslöser für den Run auf die Titel dürfte ein Kommentar der ZKB sein. Der zuständige Analyst sieht bei DKSH einen guten Zeitpunkt zum Einstieg, um «an der vielversprechenden Wachstumsstory teilzunehmen».

Dem standen Abgaben von 14% bei Relief Therapeutics (RLF 0.10 -4.85%) und 2,0% beim Flughafen Zürich (FHZN 168.30 +0.36%) gegenüber. Der Flughafen hatte am Vorabend seine jüngsten Verkehrszahlen veröffentlicht.

Devisen: Euro und Franken legen zum Dollar etwas zu

Der Kurs des Euro ist am Mittwoch zum US-Dollar gestiegen. Am Nachmittag wurde die Gemeinschaftswährung bei 1,1572 $ gehandelt und damit etwas höher als am Morgen. Auch der Schweizer Franken tendierte zum «Greenback» fester. Ein Dollar geht derzeit zu 0,9264 Fr. um nach Kursen von über 0,93 Fr. am Vortag. Der Euro notiert derweil mit 1,0719 Franken kaum verändert.

Marktbeobachter sprachen mit Blick auf das Euro-Dollar-Währungspaar von einer leichten Gegenbewegung. Am Vortag war der Euro noch bis auf 1,1524 $ abgerutscht und damit auf den tiefsten Stand seit 15 Monaten. Experten der Landesbank Helaba wiesen darauf hin, dass die Anleger derzeit riskantere Anlagen eher meiden, was dem Dollar als Weltreservewährung zu Gute komme und den Euro im Gegenzug belastet.

Am Nachmittag konnte ein überraschender Anstieg der Inflation in den USA dem Dollar nur zeitweise neuen Auftrieb verleihen. Im September war die amerikanische Inflationsrate auf 5,4% gestiegen, während Analysten eine unveränderte Rate von 5,3% erwartet hatten. Die Inflation liegt damit deutlich über der von der US-Notenbank anvisierten Zielmarke von 2%. Die Preisentwicklung verstärkte am Markt die Spekulation auf erste moderate Schritte heraus aus der extrem lockeren Geldpolitik in den USA.

Die Feinunze Gold wurde am Nachmittag in London mit 1793 $ gehandelt. Das waren rund 33 $ mehr als am Vortag.

Ölpreise geben leicht nach

Die Ölpreise haben am Mittwoch im frühen Handel etwas nachgegeben. Sie befinden sich aber weiterhin auf hohem Niveau. Am Morgen kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent 83,32 $. Das waren 10 Cent weniger als am Vortag. Der Preis für ein Fass der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI (WTI 82.33 +1.07%)) fiel um 12 Cent auf 80,52 $.

Am Montag war der Preis für Nordseeöl mit mehr als 84 $ auf den höchsten Stand seit 2018 gestiegen. Für ein Fass US-Rohöl mussten in der Spitze rund 82 $ gezahlt werden. Das ist der höchste Stand seit dem Jahr 2014. Haupttreiber der Entwicklung ist, dass Energie global knapp ist. Vor allem die Gas- und Kohlepreise sind deshalb stark gestiegen. Erdöl gilt ebenfalls als knapp, wird aber auch durch die steigenden Preise anderer Energieträger mit nach oben gezogen.

Aktien New York: Dow gibt nach – Inflation steigt überraschend

Dow Jones Industrial hat am Mittwoch an seine jüngsten Verluste angeknüpft. Sorgen bereitete den Anlegern, dass sich in den USA der Anstieg der Verbraucherpreise im September wieder verstärkt hat. Die Jahresinflationsrate legte überraschend von 5,3% im Vormonat auf 5,4% zu. Volkswirte hatten im Schnitt eine unveränderte Rate erwartet.

Der Dow fiel im frühen Handel um 0,63% auf 34 162,85 Punkte. Der S&P 500 (S&P 500 4'464.33 -0.22%) gab um 0,35% auf 4335,31 Punkte nach. Für den technologielastigen Nasdaq 100 (Nasdaq 100 15'146.92 +0.63%) aber ging es um 0,27% auf 14 701,42 Punkte nach oben.

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