Meinungen

Leistung ist der beste Schutz

Nicht nur für Panalpina gilt: Unternehmen müssen sich der Kritik unzufriedener Aktionäre stellen. Ein Kommentar von Ressortleiterin Claudia Lanz-Carl.

«Hätte sich Panalpina entwickelt wie erhofft, wären Artisan und Cevian wohl nicht mehr engagiert.»

Das Aktionariat des Logistikkonzerns Panalpina (PWTN 160.8 0.31%) ist gespalten. Auf der einen Seite steht die Ernst-Göhner-Stiftung mit 46% Anteil, auf der anderen Seite weitere Investoren. Die ausserordentliche Generalversammlung am 5. April wird über die künftigen Machtverhältnisse im Unternehmen entscheiden.

Es lohnt sich, eine Dekade zurückzublicken. So lange sind die beiden nächstgrösseren Aktionäre an Bord, sie halten je 12%. Artisan Partners war 2008 eingestiegen, Cevian baute die Beteiligung ab 2010 auf. Was beide Investmentfonds anzog, waren eine schwache operative Entwicklung und ein gedrückter Aktienkurs. Strategisch geht es ihnen darum, unterbewertete Unternehmen zu finden, wobei Cevian aktiver Einfluss nimmt.

Bis heute hat Panalpina die Erwartungen der Investoren nicht erfüllt. Vielmehr häuften sich die Rückschläge, und Wechsel an der Spitze brachten nicht den erhofften Effekt. Nur ein Teil davon lässt sich mit externem Druck durch Wirtschafts- und Finanzkrise oder Ölpreisschwäche erklären. Hausgemachte Probleme, wie die Korruptionsaffäre und die langwierige IT-Erneuerung, kamen hinzu. Dies alles unter der Kontrolle der Ernst-Göhner-Stiftung.

Hätte sich Panalpina entwickelt wie erhofft, wären Artisan und Cevian wohl nicht mehr engagiert. Dem Aktienkurs einer erfolgreichen Panalpina hätte das nicht geschadet. Es gilt, was für alle kotierten Unternehmen – auch Ascom – gilt: Leistung wird am Aktienmarkt honoriert. Umgekehrt muss eine Gesellschaft, die hinter Wettbewerbern zurückbleibt, Kritik einstecken können. Kann sie das nicht, hat sie an der Börse nichts verloren.

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