Unternehmen / Finanz

Leonteq verweigert sich Schoch

Der Derivatspezialist wird die neue Gesellschaft des Ex-Chefs wohl nicht mit strukturierten Produkten versorgen.

Jan Schoch ist zurück im Geschäft mit strukturierten Produkten. Der Mitgründer und Ex-CEO des Derivatspezialisten Leonteq (LEON 37.22 0.49%) geht im Mai mit Anova Partners an den Start, ebenfalls einem Derivatspezialisten, wie Schoch im Gespräch mit «Finanz und Wirtschaft» erklärt.

Der Unterschied: «Anders als Leonteq emittieren wir keine eigenen Derivate. Wir sind somit unabhängig, haben keine Interessenkonflikte und keinen Druck, die eigenen Produkte zu verkaufen», sagt Schoch. Während Leonteq mit ihrer Technologieplattform für Banken und Versicherungen die Emission von Derivaten besorgt, will Schoch mit seiner neuen Plattform die Derivatportfolios von Vermögensverwaltern, Banken, Pensionskassen und Versicherungen verwalten und optimieren.

Anova wird für ihre Kunden auch neue Produkte einkaufen. «Grundsätzlich werden wir alle Produkte über die Plattform abwickeln können», sagt Schoch. Alle Emittenten könnten sich ausserdem via Schnittstelle bei Anova anschliessen. Seine ehemalige Arbeitgeberin Leonteq wird allerdings vorerst wohl nicht dazuzählen. Auch die Produkte, die Leonteq über ihre Plattform emittiert, wird Schoch wohl nicht einkaufen können, wie «Finanz und Wirtschaft» erfahren hat.

Für sein Sales-Team hat sich Schoch nämlich bei Leonteq bedient. Von dort wechseln in den kommenden Wochen drei Verkaufsspezialisten zu Anova. Im Fall von ehemaligen Mitarbeitern, die zu Brokern wechseln, hat Leonteq spezifische Richtlinien, die eine sogenannte Cooling-off-Periode von mehreren Jahren vorsehen, bevor Leonteq eine Zusammenarbeit mit dem Broker in Erwägung zieht. Ironie des Schicksals: Diese Regelung wurde bei Leonteq unter dem CEO Jan Schoch eingeführt. Leonteq emittiert über ihre Plattform heute eigene Produkte und die Derivate der Aargauischen KB, der Bank of Montreal, der Cornèr Bank, der Crédit Agricole, der Deutschen Bank, von EFG (EFGN 6.76 1.05%), JPMorgan, Raiffeisen und Standard Chartered (STAN 686.6 1.84%).

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