Meinungen

Lieber SMI als CLO

Verbriefte Unternehmenskredite sind keine Alternative zu Aktien. Ein Kommentar von Chefredaktor Jan Schwalbe.

«Eine garantierte hohe Rendite sollte jeden Anleger skeptisch machen.»

Die Finanzbranche ist im Moment etwas gar kreativ unterwegs, wenn es um die Zufriedenstellung der Renditegelüste der Anleger geht. Ein Beispiel sind verbriefte Unternehmenskredite, die in den USA unter dem Kürzel CLO (Collateralized Loan Obligations) en masse auf den Markt geworfen werden. Es scheint zwar, als seien diese Papiere nicht so gefährlich wie die legendären CDO, die vor zehn Jahren Katalysator der Finanzkrise waren. Doch dass die Qualität der Emittenten deutlich nachlässt und die Volumen rasant steigen, zeigt ein weiteres Mal, dass Anleger für die richtige Rendite fast alles tun.

Eine garantierte hohe Rendite sollte jeden Anleger skeptisch machen. Das gilt für CLO genauso wie für irgendwelche hochverzinslichen Obligationen. In den nächsten Monaten müssen Anleger mit mehr Unternehmenskonkursen rechnen. Da kann die schöne Rendite auch mal zu einem Totalausfall werden. Deshalb sei an dieser Stelle gesagt: Wer eine höhere Rendite will als solche hochwertiger Staatsanleihen, fährt langfristig mit Aktien am besten, und zwar mit Aktien hoher Qualität von Unternehmen, die nicht gleich die Segel streichen, wenn Sturm aufkommt.

Gut aufgehoben sind Investoren auch dieses Jahr mit den Top-Titeln aus dem Schweizer Leitindex SMI. Gemessen am historischen Kurs-Gewinn- bzw. am Kurs-Buchwert-Verhältnis liegt die Bewertung des SMI (SMI 9942.01 0.93%) unter dem langjährigen Mittel. Aktien wie Nestlé (NESN 103.26 1.33%), Novartis (NOVN 89.67 1.86%) oder Sika (SIKA 155.05 -0.13%) gehören zu den Favoriten, die Anleger über Jahre in ihrem Portefeuille halten können und sollten. Vergessen Sie CLO; wenn schon drei Buchstaben, dann SMI.

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