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LLB verdient ein Viertel weniger

Analyse | Die Liechtensteinische Landesbank gerät trotz Gewinneinbruch nicht auf Abwege. Für das zweite Halbjahr erwartet sie weitere operative Fortschritte.

Die Liechtensteinische Landesbank (LLB (LLB 60.1 -2.28%)) hat die im Juli vorab publizierten Halbjahreszahlen und den Gewinneinbruch bestätigt. Der Gewinn sank 24% unter Vorjahr auf 45,8 Mio. Fr. Dennoch sieht sich das Management auf Kurs, die Fünfjahresziele bis Ende 2020 zu erreichen.

Für den deutlichen Gewinnrückgang sorgen die Finanzanlagen, die stichtagsbezogen einen Buchverlust von rund 10 Mio. Fr. aufweisen. Grund dafür war die schwache Zins- und Aktienmarktentwicklung, so die LLB. Ohne diesen Effekt wäre der Geschäftsertrag von 183,5 Mio. Fr. in den ersten sechs Monaten des Jahres gegenüber der Vorjahresperiode gar etwas gestiegen.

Auf gutem Weg

Dass die LLB trotz geringerem Gewinn solid unterwegs ist, bestätigen das Zins- sowie das Dienstleistungs- und Kommissionsgeschäft. Den Zinserfolg hat sie 5,7% auf 76,8 Mio. Fr. gesteigert. Im Dienstleistungsgeschäft liegt der Erfolg mit 77,6 Mio. Fr. rund 4% über Vorjahr. Wie im vergangenen Jahresergebnis spielten die Produktoffensive und neue Preismodelle, inklusive performanceabhängiger Komponenten, eine Rolle.

Dem reduzierten Geschäftsertrag von 183 Mio. Fr. stehen höhere Kosten gegenüber als in der Vorjahresperiode. So nahm der Personalaufwand knapp 6% auf 81,5 Mio. Fr. zu. Der Personalbestand stieg um rund zwanzig Vollzeitstellen. Mit 27,8% auf 32,1 Mio. Fr. ist der Sachaufwand noch stärker gewachsen. Insgesamt liegt der Geschäftsaufwand 11% höher bei 128,3 Mio. Fr.

Diese Entwicklung spiegelt auch das Kosten-Ertrags-Verhältnis (KEV), das knapp 10 Prozentpunkte höher liegt als noch vor einem Jahr. Von ihrem Ziel (KEV unter 65%) ist die Bank mit rund 71% noch ein Stück entfernt. Für ZKB-Analyst Javier Lodeiro hat sie die Kosten dennoch im Griff. «Die einzelnen Komponenten des Geschäftsaufwands entwickeln sich im Rahmen der Prognose», meint er.

Einem anderen Ziel nähert sich die LLB dagegen mit grossen Schritten. Bereits Ende des laufenden Jahres soll mit der abgeschlossenen Akquisition der österreichischen Privatbank Semper ein Geschäftsvolumen von über 70 Mrd. Fr. erreicht werden.

Derweil will die Regierung des Fürstentums Liechtenstein die beschränkte Staatsgarantie, die bis Juli 2020 befristet ist, aufheben. Unabhängig von der Staatsgarantie stehe die Gruppe für Sicherheit und Stabilität, schreibt die Regierung in einer Mitteilung. Mit einem Eigenkapital von 1,9 Mrd. Fr. verfüge sie über eine starke Kapitalbasis. Das Fürstentum ist Mehrheitsaktionär der Bank.

Positive Aktienentwicklung

Im zweiten Halbjahr liegt der Fokus auf der Integration der Zukäufe sowie auf der Steigerung der Profitabilität, schreibt das Management. Zudem erwartet die LLB auf der Ertragsseite weitere operative Fortschritte und ein solides Konzernergebnis.

Im Rahmen des Ausblicks hat die LLB überraschend ein Rückkaufprogramm für bis zu 400’000 Namenaktien angekündigt. Dies entspricht in etwa 1% des Aktienkapitals. Die Titel sollen für künftige Akquisitionen oder Treasury-Management-Zwecke verwendet werden.

Derweil sieht der ZKB-Analyst «die Aktie nach wie vor günstig bewertet». Ausserdem biete sie dank möglicher Akquisitionen und höherer Ausschüttungen Aufwärtspotenzial. Die Einstufung «Übergewichten» wird bestätigt.

Die Namenaktien scheinen seit Jahresbeginn beflügelt. Sie haben seit Jahresbeginn gut 15,4% zugelegt und sich deutlich besser entwickelt als der Gesamtmarkt SPIX (SPIX 640.819 -3.67%) (–2,6%), sind aber nach wie vor vergleichsweise günstig. Sie notieren unter Buchwert – das verspricht weiteres Aufwärtspotenzial.

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