Märkte / Anleihen

Lieferengpässe bedrohen den globalen Aufschwung

Knappheiten könnten die Erholung verlangsamen. Im Euroraum geben die Unternehmen den Preisdruck an die Endkäufer weiter.

Die weltweite Industrie erholt sich trotz der Einschränkungen, die in Europa das öffentliche Leben und besonders die Dienstleister lahmlegen. Dabei richten sich viele Anleger und Ökonomen bereits darauf ein, dass die Inflationsraten zumindest vorübergehend in diesem Jahr stärker anziehen werden. Entsprechend turbulent verläuft derzeit auch die Richtungssuche der Anleger an den Anleihenmärkten, was sich immer wieder auch negativ auf die Aktienbörsen auswirkt.

Für eine steigende Teuerung sprechen die aufgestauten Ersparnisse in den Privathaushalten sowie staatliche Ausgabenprogramme, die Konsum und Investitionen stützen. Doch ein wichtiger Grund für stärker steigende Preise ist bereits jetzt spürbar: die Engpässe in den globalen ­Lieferketten und in der Gesundheitswirtschaft. Die höheren Kosten für die Unternehmen haben Folgen: «Die Engpässe drohen die Erholung zu verlangsamen», sagt Patrick Artus, Chefvolkswirt der französischen Investmentbank Natixis.

Wenig Druck in der Schweiz

In der Schweiz zeichnet sich gleichwohl noch nicht ab, dass die höheren Einkaufspreise auch zu stärker steigenden Verkaufspreisen und damit Inflation führen. Claude Maurer, Leiter der Schweizer ­Makroanalyse bei der Credit Suisse (CS), spricht daher von einem geringen lokalen Aufwärtsdruck auf die Preise. In der Februar-Umfrage unter Einkaufsmanagern von CS und Procure berichteten die Schweizer Industrieunternehmen allerdings von einem weitverbreiteten Anstieg der Einkaufskosten: Die entsprechende Subkomponente kletterte um 6,4 Punkte deutlich über die Expansionsschwelle von 50 auf 71,9 Zähler. Dies sei ein Stand, der bisher nur selten erreicht wurde. Dieser Text ist für Abonnentinnen und Abonnenten reserviert. Digital 5 Wochen ab CHF 20.– Jetzt testen Bereits abonniert?

Leser-Kommentare