Märkte / Makro

Lieferengpässe bremsen Konjunktur

In China zeigen die Industrie-Indikatoren schon länger nach unten. Nun verdichten sich die Zeichen, dass die Verlangsamung auf den Westen übergreift.

Das globale Wirtschaftswachstum stösst gegen Ende des zweiten Pandemiejahrs allmählich an seine Grenzen. Knappheitsprobleme und Lieferengpässe sind allgegenwärtig. Lange Lieferfristen oder höhere Preise für Vorprodukte und Rohwaren sind die Regel, Fachkräfte sind nur schwer zu finden. Dadurch verliert die Erholung an Schwung, während die Inflation anzieht. Das zeigen auch die neusten Ergebnisse der Einkaufsmanagerumfragen unter Industrieunternehmen. Die PMI (Purchasing Manager’s Index) haben sich gegenüber August vielerorts verschlechtert, obwohl die Auftragsbücher voll sind.

In der Eurozone ist der Industrie-PMI im September von 61,4 auf 58,6 gesunken. Es ist der stärkste Rückgang seit April 2020, auch wenn das Niveau nach wie vor ein kräftiges Wachstum in der Industrieproduktion signalisiert. Viele Produzenten haben aber Mühe, die Aufträge fristgerecht zu erfüllen, weil vor allem Güter aus Asien mit Verzögerung geliefert werden. «Die Angebots- und Transportengpässe führen auch zu höheren Preisen», beobachtet Chris Williamson vom Datendienst IHS Markit, der die PMI erhebt und publiziert.

Kleinere halten sich besser

Zum ersten Mal seit Monaten hat sich nun auch die Exportnachfrage abgeschwächt. Ebenso ist der Subindex für die Beschäftigung rückläufig. Tendenziell ist das Industriewachstum kleinerer Euroländer höher als in den grossen. So steht Österreich mit einem PMI-Wert von 62,8 an der Spitze. In Frankreich ist der Index auf ein Achtmonatetief von 55 gesunken und damit europäisches Schlusslicht.

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