Unternehmen / Konsum

Eine seltene Enttäuschung von Lindt & Sprüngli

Analyse | In der Krise steigt der Appetit auf Schokoladetafeln, doch Nordamerika bremst.

Ganz so robust wie da und dort erwartet war das Geschäft von Lindt & Sprüngli im abgelaufenen Jahr nicht. Nach einer organischen Umsatzentwicklung (ohne Wechselkurseffekte) von –8,1% in den ersten sechs Monaten schrumpfte der Umsatz im zweiten Semester noch 4,8%, und erholte sich damit weniger stark, als Analysten erwartet hatten. Das Weihnachtsgeschäft, das rund 30% des Jahreserlöses ausmacht, litt wie schon die Osterzeit unter eingeschränkten sozialen Kontakten. Dementsprechend dürften mehr Samichläuse oder festlich verpackte Pralinés in den Läden liegengeblieben sein.

Im gesamten Pandemiejahr entwickelten sich die Absatzkanäle und die Produktgruppen sehr unterschiedlich: Der Anteil von Onlineverkäufen am Gesamtgeschäft verdoppelte sich, allerdings auf immer noch niedrige 5%. Dies als Folge «verschiedener Initiativen wie Heimlieferungen, Pick-up-Services und dem Ausbau des E-Commerce», wie Lindt schreibt. Die Nachfrage nach Schokoladetafeln habe von mehr Konsum zu Hause profitiert, die Linie Excellence wuchs im zweistelligen Prozentbereich. Die eigenen Shops hingegen, die zuvor als margenstarker Wachstumsmotor galten, litten besonders unter den tiefen Kundenfrequenzen. Dieser Text ist für Abonnentinnen und Abonnenten reserviert. Digital 5 Wochen ab CHF 20.– Jetzt testen Bereits abonniert?