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LLB schliesst US-Steuerstreit endgültig ab

Die Liechtensteinische Landesbank hatte bereits 2013 eine Einigung mit den US-Behörden erzielt. Ihrer Schweizer Tochter ist das erst jetzt gelungen. Andere warten noch immer.

Die Liechtensteinische Landesbank (LLB (LLBN 56.70 +1.43%)) kann den Steuerstreit mit den USA endlich ad acta legen. Zwar hatte sich die LLB selbst von ihrer US-Schwarzgeldvergangenheit bereits 2013 bei den amerikanischen Behörden mit einer Strafzahlung von 23,8 Mio. $ freigekauft.

Doch das Verfahren gegen ihre 2013 geschlossene Schweizer Tochter LLB (Schweiz) lief bis zum Montag. Am Abend teilte das US-Justizdepartement (DoJ) mit, die Nachfolgerin der LLB (Schweiz), eine Abwicklungseinheit namens LLB Verwaltung (Switzerland) AG, habe eine Einigung mit der Behörde erzielt. Sie zahlt dem DoJ eine Busse von 10,7 Mio. $.

Die Gesellschaft wie ihre Mutter können das locker wegstecken. Seit langem hatte sie gemäss Informationen von «Finanz und Wirtschaft» rund 20 Mio. Fr. für den Fall zurückgestellt.

Ominöser Asset Manager

Wie alle Schweizer Banken vor ihr bekannte sich die Gesellschaft nun in den USA schuldig, US-Bürgern geholfen zu haben, steuerpflichtige Vermögen vor dem US-Fiskus zu verstecken.

Mit der Strafzahlung verpflichtet sich die Gesellschaft weiter mit dem DoJ in zusammenhängenden straf- und zivilrechtlichen Verfahren zu kooperieren. Im Gegenzug erhebt die Behörde keine Klage.

Laut DoJ verwaltete die LLB (Schweiz) einst von rund hundert US-Kunden fast 200 Mio. $. Gemäss den US-Behörden habe die Bank 2003 die Zusammenarbeit mit einem Asset Manager begonnen, an den sie die Vollmacht gab, Konten bei ihr zu eröffnen und den Prozess zur Kundenidentifikation durchzuführen.

Der nicht weiter benannte Asset Manager habe dann mit Wissen der LLB (Schweiz) aktiv Kunden angeworben, mit dem Versprechen deren Einkommensverhältnisse durch das Aufsetzen gewisser Konstrukte vor dem Fiskus geheim halten zu können.

Weitere warten auf Einigung

Noch 2010, zwei Jahre nachdem sich die US-Behörden die UBS (UBSG 17.15 -1.15%) wegen solcher Praktiken vorgeknöpft hatten, habe LLB (Schweiz) noch US-Kunden betreut. Das war lange nachdem die Liechtensteiner Mutter das US-Geschäft bereits eingestellt hatte.

Deswegen kam die Schweizer Tochter anders als die LLB wohl auch nicht in die Kategorie zwei des US-Programms für Schweizer Banken. Dieses wurde Anfang 2016 beendet. 79 Banken wurden rasch mit moderaten Bussenzahlungen vom Hacken gelassen.

LLB (Schweiz) und eine handvoll weitere mussten in der Kategorie 1 länger auf eine Einigung warten. Auch die Bussen sind gemessen an den einst verwalteten US-Vermögen um einiges höher.

Im vergangene Jahr konnten die Neue Privat Bank sowie die Kantonalbanken in Zürich und Basel ihre Fälle lösen. Zuletzt zahlte im März die israelische Bank Mizrahi, die auch über ihre Schweizer Tochter US-Gelder verwaltete, 195 Mio. $ Strafe. Nach LLB verbleiben in der Kategorie 1 noch die israelische Bank Hapoalim, HSBC (HBC1 6.2300 +3.15%) (Schweiz) und die Privatbanken Rahn + Bodmer sowie Pictet.

Letzte Ruhe Goldküste

LLB (Schweiz) war bis Montag noch das einzige Bankskelett in der Kategorie 1. Ende 2013 schloss die LLB die Schweizer Tochter aus Kosten- und Effizienzgründen. Zuletzt verwaltete sie noch 2 Mrd. Fr.

Die Bank wurde zur LLB Verwaltung (Schweiz) AG, die im Oktober 2014 aus der Aufsicht der Finanzmarktaufsicht entlassen wurde.

Das Zürcher Domizil an der Stampfenbachstrasse wurde verkauft. Das Skelett ruhte seither einzig für die Abwicklung des US-Steuerstreits in der LLB-Niederlassung in Erlenbach an der Goldküste.