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L’Oréal leidet unter der Coronakrise

Der Kosmetikhersteller hat wegen der Pandemie noch weniger Umsatz erzielt als befürchtet.

(AWP/GAH) Der weltgrösste Kosmetikhersteller L’Oréal hat im zweiten Quartal wegen der wirtschaftlichen Folgen der Coronakrise noch weniger umgesetzt als erwartet. Der Umsatz sei zwischen April und Ende Juni um fast ein Fünftel auf 5,85 Mrd. € gefallen, teilte das EuroStoxx-50-Schwergewicht, an dem der Nahrungsmittelhersteller Nestlé (NESN 109.02 0.87%) mit 23% beteiligt ist, am Donnerstagabend in Clichy mit. Auf vergleichbarer Basis – also ohne Währungs- und Übernahmeffekte – habe das Minus 18,8% betragen.

Damit verfehlte das Unternehmen die Erwartungen der von Bloomberg befragten Experten. In den ersten sechs Monaten sank der Erlös ohne Sondereffekte im Vergleich zum Vorjahr um fast 12% auf rund 13 Mrd. €. Der operative Gewinn ging im ersten Halbjahr um 18% auf knapp 2,4 Mrd. € zurück. Die Marge sank dementsprechend auf 18% (Vorjahr: 19,5%).

An der Börse in Paris reagierten die Aktien dennoch mit einem Gewinn: Bis am Freitagmittag gewannen sie gut 1% und notierten nahe Allzeithoch. Grund dafür dürften Aussagen von L’Oréal-CEO Jean-Paul Agon sein, dass sich der Konzern nicht mit einer Nachfragekrise, sondern mit einer Versorgerkrise konfrontiert sehe. Die Nachfrage der Verbraucher nach Schönheitsprodukten sei intakt und für die zweite Jahreshälfte hat sich der französische Kosmetik- und Konsumgüterkonzern zum Ziel gesetzt, sich besser zu entwickeln als der Markt.

Die Aktien von Nestlé verloren am Freitagmorgen in einem seitwärts tendierenden Gesamtmarkt zwischenzeitlich gegen 0,8%. Bisher hat das Management des Konzerns stets betont, an der Beteiligung festzuhalten. Man sehe in L’Oréal eine gewinnbringende Anlage, auch wenn die Beteiligung nicht zum Kerngeschäft gehöre.

Nestlé selbst präsentierte am Donnerstag indes solide Zahlen für das erste Halbjahr. Das organische Wachstum lag zwar unter dem anvisierten Mittelfristziel, angesichts der weltweiten Krise zeigt der Konzern jedoch seine Widerstandskraft. Die Prognose für das Gesamtjahr wird auf 2 bis 3% gesenkt von zuletzt 3,5%. Die Profitabilität konnte trotz zusätzlicher Kosten auf einem hohen Niveau noch gesteigert werden.

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