­Diese Keramikfliese, irgendwo in Granada, zeigt ein tüchtiges königliches Tandem: Ferdinand II. von Aragón und Isabella I. von Kastilien. Die beiden heirateten 1469. Ihre Reiche blieben zwar getrennt, waren jedoch in Personalunion verbunden. Granada gehörte ab 1492 dazu: Damals vertrieben die «Katholischen Könige» – der Papst verlieh dem Power-Paar diesen Titel – die letzten Mauren aus Iberien; die Reconquista war abgeschlossen. Im gleichen Jahr segelte Kolumbus im Auftrag der verehelichten Herrscherhäuser gen Westen und landete in Amerika. 1512 wurde schliesslich Navarra einverleibt. In dieser Epoche entstand also allmählich Spanien, das dann sogleich zur Weltmacht aufstieg. Ein halbes Jahrtausend später sind Fliehkräfte ein Hauptproblem der konstitutionellen Monarchie, namentlich der katalanische Separatismus. Auf Ferdinands Krone kann sich dieser übrigens nicht berufen, denn seine Mittelmeermacht Aragón war ein Mehrfaches grösser als die Autonome Gemeinschaft Katalonien und nur teilweise katalanisch. Nächsten Sonntag wird das spanische Parlament gewählt, schon zum zweiten Mal dieses Jahr. Vielleicht wäre der Wahlspruch von Ferdinand und Isabella heilsam: Tanto monta – alles eins.(Bild: Ken Welsh/Education Images/Universal Images Group via Getty Images)