Unternehmen / Ausland

Lufthansa mit Milliardenverlust

Die Coronakrise brockt der Fluggesellschaft ein Quartalsminus von mehr als 2 Mrd. € ein. Auch die Swiss wird stark belastet.

(Reuters/AWP) Der Geschäftseinbruch durch die Corona-Pandemie hat der Lufthansa (LHA 9.084 1.45%) im ersten Quartal einen hohen Verlust eingebrockt. Von Januar bis März summierte sich der Fehlbetrag nach Steuern und Abschreibungen auf 2,1 Mrd. €, teilte die Lufthansa am Mittwoch mit. Das Unternehmen bestätigte die schon Ende April veröffentlichten Zahlen, nach denen sich der bereinigte operative Verlust im saisonal schwachen Quartal auf 1,2 Mrd. € erhöhte. Das Konzernergebnis wurde von einem erwarteten Verlust bei Termingeschäften mit Treibstoff in Höhe von 950 Mio. belastet. Die Lufthansa nahm zudem Abschreibungen auf 50 dauerhaft stillgelegte Flugzeuge sowie auf Firmenwerte vor.

Die Corona-Pandemie hat den Luftverkehr weltweit seit März weitgehend lahmgelegt. Die Airline-Gruppe muss wegen des Schocks mit staatlichen Finanzhilfen von bis zu 9 Mrd. € vor der Pleite gerettet werden.

Swiss mit Umsatz- und Gewinneinbruch

Die Corona-Pandemie hat im ersten Quartal 2020 auch tiefe Bremsspuren im Ergebnis der Fluggesellschaft Swiss hinterlassen. Die Airline muss einen operativen Verlust von 84,1 Mio. Fr. nach einem Gewinn von 48,3 Mio. Fr. im Vorjahr hinnehmen. Für das Gesamtjahr sieht sich Swiss nicht in der Lage eine Ergebnisprognose abzugeben.

Der Umsatz nahm im ersten Jahresviertel um 20% auf 923 Mio. Fr. ab, wie Swiss am Mittwoch mitteilte. Transportiert wurden mit 2,99 Mio. Personen 21,4% weniger Passagiere als im Vergleichszeitraum 2019. Die Auslastung der Flüge (SLF) ging um 5,3 Prozentpunkte zurück und lag bei durchschnittlich 73,3%.

Wegen der praktisch gänzlichen Stilllegung der Flotte im März ging auch die Zahl der durchgeführten Flüge um rund einen Fünftel zurück. Auf dem gesamten Streckennetz wurden 15,9% weniger Sitzkilometer (ASK) angeboten, die Anzahl der verkauften Sitzkilometer (RPK) sank um 21,5%.

Aufgrund der ausbleibenden Ticketerträge hat Swiss verschiedene Kostensenkungsmassnahmen eingeleitet: Unter anderem wurde über das gesamte Unternehmen hinweg Kurzarbeit eingeführt und ein Einstellungsstopp verhängt, zudem wurden geplante Investitionen zurückgestellt.