Dossier-Bild Ein Artikel aus dem Dossier Nachhaltig investieren
Luftikus

Der Luftikus

Die Superreichen retten die Welt. Die Uni Zürich hilft.

Die Reichsten der Reichen verfügen über immer mehr Vermögen. Und sie wollen Gutes mit ihrem Geld tun. Vergangene Woche wurde erst bekannt, dass der Tesla-Gründer Elon Musk fast 6 Mrd. $ an Aktien des Elektroautobauers gespendet hat – nur durch eine Meldung an die Börsenaufsicht SEC ist das herausgekommen. Spekuliert wird, dass sie für das Welternährungsprogramm der UN gespendet werden. Zuvor hatte Musk auf Twitter die Verantwortlichen der Organisation provokativ aufgefordert, genau zu erläutern, wie sie eine Milliardenspende verwenden würden, um den Welthunger zu bekämpfen.

Musk hat übrigens wie Hunderte andere Superreiche beim «Giving Pledge» – einer Initiative von Bill Gates und Warren Buffett – versprochen, einen Grossteil seines Vermögens für wohltätige Zwecke einzusetzen. Andere Vermögende wollen sich von ihrem Geld nicht ganz trennen, aber trotzdem zumindest das Gefühl haben, etwas Sinnvolles damit zu tun. Die Popularisierung des Themas Impact Investing hat durch die Konzentration der Vermögen eine besonders grosse Bedeutung gewonnen. Denn bei dieser Form des Anlegens geht es darum, einen möglichst positiven Einfluss gemäss Umwelt- und Sozialkriterien zu erreichen. Einzelne vermögende Personen, die vom Impact Investing überzeugt sind, können so signifikante Projekte anstossen.

Am Center for Sustainable Finance and Private Wealth (CSP) der Uni Zürich wird den Reichen beigebracht, wie sie ihr Vermögen für einen positiven Impact investieren sollten. Am CSP wurde nun die Anmeldung für das zweite Jahr des Accelerate-Programms eröffnet. Vermögende sind angesprochen, welche durch Börsengänge von Tech-Unternehmen plötzlich zu viel Vermögen gekommen sind. Im ersten Jahr des Programms haben sich einige der ersten Airbnb-Angestellten das Impact-Anlegen erklären lassen.

Erin Duddy, Programm-Managerin für Accelerate, erklärt im Gespräch mit FuW, dass nicht nur das reine Investieren in Kursen abgedeckt wird, vermittelt werde auch «die Nutzung von Kapital, Netzwerken und Fähigkeiten, um eine positive Wirkung zu erzielen». Statt nur «grüne» Anlagen ins Portfolio zu nehmen, hätten so einige Absolventen des Programms ganz spezifische Projekte aufgebaut: «Einer unserer Absolventen startete ein Projekt für erneuerbare Energien, das in einem Entwicklungsland Zugang zur Solarenergie ermöglicht.» Ein anderer habe in eine Immobilie investiert, die Wohnraum für Flüchtlinge und einkommensschwache Mieter geschaffen hat.