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«Castells» heissen solche Menschenburgen. In Katalonien ist das Errichten lebender Pyramiden seit dem frühen 18. Jahrhundert Brauch. Gruppen von «Castellers» versuchen, einander darin zu überbieten, so wie hier an einem Wettkampf in der Küstenstadt Tarragona. «Castells» sind Symbole des katalanischen Volkes. Am 1. Oktober soll die autonome Gemeinschaft im Nordosten Spaniens über die Loslösung vom Königreich abstimmen: ein Ländchen mit 7,5 Mio. Menschen auf gut drei Vierteln der Fläche der Schweiz. Das Referendum ist verfassungswidrig, und Madrid wird es nicht anerkennen, sofern es denn zustande kommt. Nach dem jüngsten Attentat in Barcelona standen der König, Spaniens Premier und Kataloniens Regierungschef denn auch mit ziemlich verkniffenen Mienen beisammen. Ob sich die Katalanen mit radikalem Separatismus tatsächlich einen Gefallen tun? Gar manches wirtschaftliche Problem ist hausgemacht, von der Regionalregierung – die Republik ausgerufen, alle Altlasten entsorgt, keine neuen aufgebürdet? Kapital, stets ein scheues Reh, trippelt jedenfalls von Barcelona nach Madrid. Ab und zu kracht übrigens ein nicht solide genug errichtetes «Castell» zusammen. Wie so manches Luftschloss.