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LVMH kontert Tiffany-Beschwerde mit Gegenklage

Die milliardenschwere Fusion rückt in noch weitere Ferne: Der französische Konzern kündigt eine Klage gegen den US-Juwelier an.

(Reuters) Die Luxusgüterhersteller LVMH und Tiffany zerren sich nach dem wahrscheinlichen Aus ihres Fusionsvorhabens gegenseitig vor Gericht. Die französische LVMH mit Marken wie Louis Vuitton, Moët & Chandon und Bulgari kündigte am Donnerstag eine Klage gegen den US-Juwelier Tiffany an, der bereits am Mittwoch in den USA Klage gegen LVMH eingereicht hatte. Damit rückt die 16 Mrd. $ schwere Fusion in noch weitere Ferne.

LVMH hatte am Mittwoch angekündigt, bei den Plänen für eine Übernahme die Reissleine zu ziehen. Tiffany will das nicht hinnehmen und versucht, das Fusionsabkommen gerichtlich durchzusetzen. «LVMH war von der Klage überrascht, die Tiffany gegen die Gruppe eingereicht hat», teilte der weltgrösste Luxusgüterkonzern mit. «LVMH wird sich energisch verteidigen.» Man wehre sich gegen Anschuldigungen von Tiffany, dass sich der Konzern absichtlich aus den Vereinbarungen zurückziehe.

Das vom Milliardär Bernard Arnault geführte Unternehmen hatte am Mittwoch mitgeteilt, vom französischen Aussenministerium aufgefordert worden zu sein, die Übernahme über den 6. Januar 2021 hinaus zu verschieben, da zusätzliche US-Zölle auf Produkte aus Frankreich drohten. Der LVMH (MC 394.5 -4.91%)-Vorstand habe aber beschlossen, sich an die Bedingungen des ursprünglichen Übernahmevertrags zu halten, wonach der Deal bis zum 24. November abgeschlossen sein muss. Beiden Unternehmen fehlen derzeit Genehmigungen von Kartellbehörden in mehreren Ländern.

Die Pläne der beiden Luxusgüterkonzerne waren auch wegen der Coronakrise ins Wanken geraten. Anfang Juni hatten Insider gesagt, LVMH-Chef Arnault wolle die Bedingungen des Deals nochmals überdenken, weil in Folge der Pandemie weltweit Umsätze und Aktienkurse von Luxusgüterherstellern eingebrochen sind. Ursprünglich hatte LVMH 120 $ pro Tiffany-Aktie geboten, was einen Aufschlag von 20% auf den damaligen Kurs bedeutet hatte. Tiffany hatte die Offerte zurückgewiesen und erst bei 135 $ eingewilligt.

Am Mittwoch fielen die Titel 7% auf knapp 114 $. LVMH gewannen dagegen leicht dazu.

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