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LVMH und Tiffany einigen sich nun doch

Die weltgrösste Übernahme in der Luxusgüterbranche scheint gerettet. Die Unternehmen handeln einen etwas niedrigeren Preis aus.

(Reuters) Die weltgrösste Übernahme in der Luxusgüter-Branche scheint gerettet. Nach einem erbitterten Streit einigte sich der französische Konzern LVMH (MC 498.10 +0.06%) mit dem US-Juwelier Tiffany auf einen etwas niedrigeren Preis, wie die beiden Unternehmen am Donnerstag mitteilte. LVMH legt nun rund 15,8 Mrd. auf den Tisch, 425 Mio. weniger als ursprünglich vereinbart. Der Eigentümer von Marken wie Louis Vuitton, Moet & Chandon-Champagner und Bulgari-Schmuck und -Parfum zahlt 131,50 $ je Tiffany-Aktie statt 135 $.

Der gesamten Luxusindustrie brechen in der Corona-Pandemie nach einem Jahrzehnt des Wachstums in ungeahntem Ausmass die Erlöse weg. Zudem war die schon 2019 vereinbarte Übernahme auch wegen drohender US-Zölle ins Wanken geraten. LVMH wollte die Fusion abzublasen, Tiffany stemmte sich dagegen. Das 1837 in New York gegründete Unternehmen klagte, um den Zusammenschluss durchzusetzen. Auch LVMH zog vor Gericht. Nun wollen Tiffany und LVMH die laufenden Klagen zurückziehen.

«Wir sind sehr zufrieden, eine Einigung mit LVMH zu einem attraktiven Preis erzielt zu haben», sagte Tiffany-Verwaltungsratschef Roger Farah. Einige Analysten fragten sich, warum LVMH einen so heftigen Streit vom Zaun gebrochen hatte, nur um am Ende einen recht geringen Rabatt herauszuhandeln. Allerdings müssen die Franzosen nun keine hohen Anwaltskosten fürchten, die bei langwierigen Gerichtsprozessen angefallen wären. Die LVMH-Aktie legte am Donnerstag um 0,8% zu.

Ein Insider sagte, die jüngste Zuspitzung der Corona-Pandemie habe den Druck erhöht und die Konzerne zurück an den Verhandlungstisch bewegt. Durch die Übernahme kann LVMH seine relativ kleine Schmuck- und Uhrensparte, zu der bereits Bulgari und Tag Heuer gehören, ausbauen und seine Präsenz in den USA stärken.

Die Kartellbehörden haben der Fusion bereits zugestimmt. Nun müssen die Tiffany-Aktionäre noch grünes Licht geben. Die neue Offerte liegt etwas über dem Tiffany-Schlusskurs am Mittwoch als die Aktien mit knapp 130 $ aus dem Handel gegangen waren. Wie Tiffany künftig innerhalb des LVMH-Konzerns geführt werde, werde zu einem späteren Zeitpunkt entschieden, sagte der Insider.

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