Galerien / Objektiv 10:37 - 18.04.2017

Made in France

Nein, er steht nicht still, der Hafen von St. Nazaire, an der Mündung der Loire. Tagsüber kommen die Schüttgutkräne dort durchaus zum Einsatz; für sie gilt ja keine 35-Stunden-Woche. Schon gar keine 32-Stunden-Woche, wie sie dem verträumten sozialistischen Präsidentschaftskandidaten Benoît Hamon oder dem unbeirrbaren Chávez-Verehrer Jean-Luc Mélenchon vorschwebt. Am 23. April findet die erste Wahlrunde statt. Es ist nicht einmal ausgeschlossen, dass Mélenchon in die Stichwahl vorstösst. Das Horrorszenario, für Frankreich wie für die EU, wäre Le Pen (Sozialnationalistin) gegen Mélenchon (quasi Kommunist). Doch die Umfragen lassen noch keine verlässlichen Vorhersagen zu. Vielleicht kommt es am 7. Mai zu einer erheblich unbedenklicheren Endausscheidung: zwischen dem Gaullisten François Fillon, der als Einziger mit wirtschaftsliberalen Reformen dafür sorgen will, dass im Land wieder mehr statt noch weniger gearbeitet wird, und dem «Sozialliberalen» Emmanuel Macron. Fillon war vielleicht voreilig abgeschrieben; er scheint sich von seiner Begünstigungsaffäre zu erholen. Strahlemann Macron steht für eine etwas aufgepeppte Fortsetzung des hilflosen Hollandismus. Faites vos jeux.