Märkte / Derivate

Magnesium ist Mangelware

Es sind schwierige Zeiten für die Autobauer: Zuerst fehlen die Chips und jetzt das Magnesium. Schuld ist die Energiekrise in China.

Die lange Liste der knappen Güter ist seit diesem Herbst um einen Eintrag länger: Magnesium. Der Durchschnittskonsument denkt bei Magnesium an die morgendliche Tablette, die gegen Muskelkrämpfe helfen soll, oder an das weisse Pulver vergangener Sportstunden, welches das Klettern erleichtern sollte.

Tatsächlich ist Magnesium überall: in Schiffen, Brücken, Gebäuden, Zügen, Autos, Flugzeugen und Raketen. Dass Magnesium knapp ist, überrascht auf den ersten Blick. Schliesslich gehört es zu den zehn häufigsten Elementen der Erdkruste, und in jedem Kubikmeter Meerwasser befindet sich durchschnittlich ein ganzes Kilo Magnesium. Doch auch wenn es in zahlreichen Mineralien vorkommt, in seiner elementaren Form sucht man das Erdalkalimetall in der Natur vergeblich, dazu ist es viel zu reaktionsfreudig.

Chinesisches Monopol 

China ist mit Abstand der grösste Hersteller von Magnesium. 900’000 Tonnen der jährlich ungefähr 1,1 Mio. produzierten Tonnen stammen aus dem Reich der Mitte. Das war nicht immer so: Noch in den Neunzigerjahren versorgten hauptsächlich die USA die Welt mit Magnesium. Dann übernahm China die Führung, wo schwergewichtig der sogenannte Pidgeon-Produktionsprozess angewendet wird. Inzwischen beläuft sich der US-Anteil am Weltmarkt nur noch auf einen einstelligen Prozentbetrag. Da dieser von einer einzigen Firma stammt, US Magnesium, wird die genaue Produktionsmenge vom US-Innenministerium geheim gehalten.

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