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Makroökonomische Unsicherheit: Abwarten und auf Chancen warten

Mike Clements, Head of European Equities bei SYZ Asset Management

Vorhersagen zu treffen ist immer schwierig, wie es so schön heisst, insbesondere über die Zukunft. Letztes Jahr habe ich weder den Brexit noch den unaufhaltsamen Anlauf von Donald J. Trump auf das Weisse Haus kommen sehen. In diesem Jahr habe ich nicht mit vorgezogenen Neuwahlen im Vereinigten Königreich gerechnet. Und ich hätte nicht erwartet, dass die konservative Partei so geschwächt aus den Wahlen hervorgehen würde. Da trifft es sich gut, dass das Wetten auf politischen Urnengängen nicht zu meinem Anlageprozess zählt.

Was wir derzeit dies- und jenseits des Atlantiks erleben, ist ein makroökonomischer und geopolitischer Mahlstrom, und es ist schwierig zu sagen, wie der Markt auf die bevorstehenden Wahltermine und wirtschaftlichen Umbrüche reagieren wird. Anleger müssen nun starke Nerven beweisen.

Zum Glück ist es jedoch möglich, die Politik gänzlich aus dem Prozess der Portfolioentscheidungen auszuklammern. So haben unsere europäischen Aktienstrategien sowohl die Benchmark als auch die durchschnittlichen Wertentwicklungen ihrer Vergleichsgruppe übertroffen, obwohl unser Team keins der politischen Grossereignisse des vergangenen Jahres vorhergesehen oder einkalkuliert hatte.

Aktiv nach Chancen Ausschau zu halten lohnt sich!

Vor diesem Hintergrund legen wir also wie gewohnt unsere Kristallkugel zur Seite und vertrauen lieber auf eine opportunistische Strategie, die darauf fusst, abzuwarten und die Entwicklung genau zu beobachten.

Was jedoch nicht heisst, dass Veränderungen der politischen Windrichtung oder sonstige unerwartete Verschiebungen keine Chancen eröffnen könnten. Aus diesem Grund beobachten wir sorgfältig die Brexit-Verhandlungen.

Die Bedeutung von Szenarienplanung

Tatsächlich kommt es bei Anlagen oft auf das richtige Timing an. Unsere Bottom-up-Anlagephilosophie konzentriert sich auf erstklassige Unternehmen, die sich durch eine hohe Wettbewerbsfähigkeit und solide Bilanzen auszeichnen, jedoch kurzfristigem Druck ausgesetzt sind.

Manchmal stöbern wir Unternehmen auf, die zwar unseren strengen Auswahlprozess bestehen, jedoch aus Bewertungsgründen letztlich kein grünes Licht erhalten – einfach, weil das Timing nicht stimmt.

Darüber hinaus setzen wir rigorose Techniken der Szenarienplanung ein, um uns ein Bild davon zu machen, wie verschiedene Ergebnisse aussehen könnten.

Selbstverständlich erweisen sich einige dieser Analysen am Ende als vergeblich, da stets nur eine unter mehreren Möglichkeiten eintritt. Entscheidend ist jedoch, dass wir schnell handeln können, wenn sich eine entsprechende Gelegenheit ergibt.

Italienische Titel spielen

Am italienischen Markt gab es in letzter Zeit eine Reihe sprechender Beispiele für dieses Phänomen. Hier führten die politischen Turbulenzen und das angeschlagene Bankensystem zur jüngsten Preisschwäche.

Während wir aufgrund der schwer einschätzbaren künftigen Risiken von italienischen Banken die Finger lassen, sehen wir jetzt bei Finanzwerten im Allgemeinen attraktive Anlagechancen.

Bei den in unseren Augen bestpositionierten Unternehmen handelt es sich um Kreditservicer wie Eurocastle, um Asset Manager wie zum Beispiel Anima, und Finanzspezialisten wie Banca Sistema.

Volatilität bietet Opportunität!

Welche Bereiche sollten Anleger sonst noch ins Auge fassen? Da die Märkte angesichts einer grossen weltweiten Risikobereitschaft steigen, gibt es derzeit weder in Bezug auf ein Land noch auf einen Sektor offensichtliche Contrarian-Wetten.

Ein Marktsegment wird jedoch vernachlässigt und das ist die Volatilität. Ein Blick auf den Vix-Index (Massstab für Volatilität) lässt erkennen, dass man bis ins Jahr 2006 zurückgehen muss, um auf die derzeit niedrige Volatilität zu stossen.

Wir wissen nicht genau, warum die Volatilität derzeit so niedrig ist. Es könnte an den günstigen makroökonomischen Bedingungen, den dämpfenden Effekten der Zentralbankpolitik oder einfach an der Selbstzufriedenheit der Anleger liegen.

An einem Markt, in dem jedoch viele glauben, dass die Bewertungen des Aktienindexes hoch sind, ist ein Engagement in Volatilität ein interessantes konträres Thema.

Auf dem europäischen Markt gibt viele interessante Möglichkeiten, dieses Thema auszunutzen. Handelsunternehmen wie Börsen und Market Makers sind attraktiv, denn sie verbinden hohe Erträge und solide Cashflows mit einem Engagement in von der Volatilität getragenem Umsatz.

In unseren europäischen Aktienportfolios besitzen wir Positionen in der IG Group (IGG 668.5 -0.67%), dem globalen Anbieter für Differenzgeschäfte und CFDs, und in Flow Traders (FLOW 17.83 -4.04%), einem führenden Market Maker für ETFs.

Flow Traders ist ein ausgezeichnetes Beispiel für Unternehmen, in die wir gern investieren. Das Unternehmen dominiert den ETF-Markt mit einem Anteil von 20 % an den Market-Making-Aktivitäten.

Auf längere Sicht wird das Unternehmen vom strukturellen Wachstum der ETFs profitieren, aber kurzfristig wird sein Umsatz stark von der Volatilität beeinflusst. Ist die Volatilität verhalten, wird der Umsatz doppelt getroffen: Er leidet sowohl unter engen Spreads als auch unter schwachen Volumen.

Während Marktstörungen oder in Stressphasen jedoch verleiht die Volatilität dem strukturellen Umsatzwachstum einen kräftigen Schub. Obwohl sie sehr gut positioniert sind, verharren die Aktien des Unternehmens in diesem Jahr bislang auf einem niedrigen Kursniveau.

Unserer Meinung nach könnte das Unternehmen jedoch signifikantes Aufwärtspotenzial haben, wenn die Volatilität auf normalere Niveaus zurückkehrt.

» Mehr Informationen finden Sie hier.