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MAN

Die Nutzfahrzeug- und Maschinenbaugruppe MAN hat sich einer Last entledigt: Der seit 2009 währende Streit mit IPIC (International Petroleum Investment Company) um die frühere Tochter Ferrostaal ist am Montag mit einem Vergleich beigelegt worden. Die beiden Seiten hätten eine Rückübertragung aller von IPIC an Ferrostaal gehaltenen Anteile an MAN sowie den Rückkauf dieser Anteile durch MAN vereinbart, heisst es in der Meldung dazu. Für das Anfang 2009 an den Staatsfonds aus Abu Dhabi verkaufte Paket von 70% legt MAN nun 350 Mio. € hin.

Gleichzeitig hat der Konzern mit der Hamburger MPC-Gruppe vereinbart, ihr im Anschluss an den Vollzug des Vergleichs sämtliche Ferrostaal-Anteile abzugeben. Die MPC-Gruppe, zu der auch das kotierte Emissionshaus MPC Capital gehört, wird für Ferrostaal – seit Juni 2010 von Jan Secher (2006 bis 2008 CEO von Clariant) geführt – bis zu 160 Mio. € bezahlen. Obwohl das wenig ist, haben die Aktien MAN seit Montag 7,8% auf 60.32 € gewonnen (Dax: +5,6%). Gewürdigt wird damit primär das Schaffen von Klarheit.IPIC hatte mit Ferrostaal, einem Industriedienstleister im Anlagen- und Maschinenbau, grosse Pläne gehabt. Doch kurz nach Übernahme der Mehrheit hat ein Schmiergeldskandal die Reputation und den Wert des Unternehmens ramponiert. IPIC forderte Schadenersatz und weigerte sich, die Verkaufsoption von MAN auf die restlichen 30% zu erfüllen. Der Streit bedeutete für MAN ein finanzielles Risiko und wurde gar als möglicher Stolperstein für eine Nutzfahrzeug-Kooperation mit Scania unter dem gemeinsamen Dach von Volkswagen hochstilisiert.CB

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