Märkte / Makro

Mantega warnt wieder vor Währungskrieg

Auch nach QE3 macht der brasilianische Finanzminister Guido Mantega auf die negativen Folgen eines internationalen Währungskriegs aufmerksam.

Der brasilianische Finanzminister Guido Mantega bezeichnete in einem Interview mit der «Financial Times» vom Donnerstag die dritte Runde quantitativer Lockerung (QE3) als protektionistische Massnahme, die einen Währungskrieg vom Zaun brechen werde. Während der positive Mehrwert angesichts der bereits bestehenden Liquiditätsschwemme marginal sei, dürfe man die negativen Konsequenzen nicht unterschätzen.

Geldschwemme der Industriestaaten bringt Aufwertungsdruck

Mantega hatte Ende September 2010 als Erster den Begriff Währungskrieg benutzt, als die US-Notenbank mit dem QE2 die Märkte mit Liquidität geflutet hatte. Viel dieser Liquidität war in die Schwellenländer geflossen und hatte ihre Währungen aufwerten lassen, vor allem den brasilianischen Real. Damals hatten nacheinander Brasilien, Mexiko, Peru,  Südkorea, Südafrika, Russland und Polen Kapitalkontrollen oder ähnliche Handelsschranken eingeführt, um sich vor den Folgen der Dollarschwäche zu schützen.

Die jüngste Kaskade quantitativer Lockerung stützt Mantegas Befürchtungen: angefangen von der EZB Anfang Monat über das Fed eine Woche später bis zur Bank of Japan (BoJ) am Mittwoch. Diese hatte zuletzt beobachten müssen, wie sich durch die Ankündigung der US-Notenbank die Abwertungserfolge der letzten QE-Aufstockung vom Frühjahr in Luft auflösten und sich der Yen aufwertete.

Wieder Steuer auf ausländisches Kapital?

Seit März hat sich der Yen zum Dollar mehr als 6% aufgewertet, seit 2007 ist die japanische Währung um fast 40% erstarkt, was den Exporteuren grosse Probleme bereitet. Mantega wies besonders darauf hin, wie japanische Unternehmen unter der Aufwertung des Yens ächzten. Er erklärte, seine Regierung werde Massnahmen ergreifen, sollte die Wettbewerbsfähigkeit des Landes durch die jüngsten QE leiden. 2010 hatte Brasilien Steuern auf einfliessendes Kapital erhoben.

Das vergangene Woche angekündigte Stimulusprogramm des Fed sieht vor, dass die US-Notenbank ab sofort jeden Monat für 40 Mrd. $ verbriefte Hypotheken mit staatlicher Garantie kauft. Zusammen mit der noch für den Rest des Jahres laufenden Operation Twist ergibt sich ein Kaufvolumen von monatlich 85 Mrd. $. Die Bank of Japan hat am Mittwoch entschieden, das eigene Bondkaufprogramm um weitere 10 Bio. Yen (128 Mrd. $) auf 80 Bio. Yen auszudehnen.

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