Unternehmen / Industrie

Markt glaubt nicht mehr an Panalpina-Übernahme

Die Aktien des Logistikkonzerns geraten unter Druck, weil die Übernahmefantasie schwindet.

Am Mittwoch hat der Kursrutsch begonnen, am Donnerstag geht er weiter. Zur Mittagszeit notieren Panalpina (PWTN 156.1 4.77%) deutlich unter dem Vortagesschlusskurs. Der Preis zeigt, dass die Anleger nicht mehr an die Übernahme durch DSV (DSV 534.2 2.02%) glauben. Den Kursrutsch wollte der Logistikkonzern nicht kommentieren.

Investoren interpretieren die Signale, die von Panalpina kommen, als Nein zum Angebot, das bei Bekanntgabe gut 170 Fr. je Aktie entsprach. Zum einen sagte der CEO des Schweizer Konzerns, Stefan Karlen, am Mittwoch im Gespräch mit «Finanz und Wirtschaft», Panalpina wolle ein Konsolidator sein und auch mit Zukäufen wachsen.

Auffällige Antwort 

Erst am Tag zuvor sorgte die Antwort der Medienstelle Panalpina auf einen offenen Brief des zweitgrössten Aktionärs, Artisan, für Aufsehen. Der Verwaltungsrat werde bei der Beurteilung des Angebots des dänischen Logistikers nicht nur den «kurzfristigen finanziellen Gewinn von einigen Aktionären» berücksichtigen, hiess es darin. Artisan und der drittgrösste Aktionär, Cevian, sind seit rund zehn Jahren investiert.

Weiterhin unklar blieb nach dieser Stellungnahme, welche Rolle der abtretende Verwaltungsratspräsident Peter Ulber, der ebenfalls im Stiftungsrat des grössten Panalpina-Aktionärs sitzt, spielt.

Am Donnerstag wurde zudem bekannt, dass zwei Aktionäre, die erst vor kurzem Positionen von über 3% gemeldet haben, ausgestiegen sind. Die Vermutung liegt nahe, dass dies auf Übernahmesituationen spezialisierte Investoren sind. Beide haben offenbar schon Anfang Februar verkauft, an dem Tag, an dem die Panalpina-Hauptaktionärin, die Ernst-Göhner-Stiftung, sagte, sie werde das Angebot nicht annehmen.

Unbestätigt blieb zunächst eine Meldung des Branchenmagazins «The Loadstar», wonach DSV das Angebot auf 200 Fr. verbessert habe. Der Bericht stützt sich auf nicht weiter charakterisierte Quellen.

Noch immer schweigt jedoch der Panalpina-Verwaltungsrat. Er muss öffentlich Stellung zum Angebot beziehen. Da das Angebot von DSV Mitte Januar publik geworden ist, darf auf eine baldige Stellungnahme gehofft werden.

Die komplette Historie zu Panalpina finden Sie hier. »

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