Märkte / Anleihen

Markt übt EnthaltsamkeitSteigende Swapkosten bremsen Emittenten – Niedrige Zinsen halten Investoren auf Distanz

Manfred Kröller

Ferienbedingt begann die Woche ohne Neuemissionen. Montag war in verschiedenen Ländern Europas Feiertag. Hinzu komme, dass das Investoreninteresse angesichts der Niedrigzinsen gering sei, war am Primärmarkt zu hören. Inländische Emittenten seien zum Teil noch im Ferienmodus und ausländische Schuldner hielten sich wegen gestiegener Swapkosten zurück.

Aufgrund des enttäuschenden Ausblicks und der Quartalszahlen stuft die Zürcher Kantonalbank (ZKB) Nobel Biocare A– auf BBB+ zurück und belässt den Ausblick negativ.Moody’s verbessert den Ausblick für den niederländischen Versicherer und Frankenschuldner Aegon von negativ auf stabil; die Bonitätsnote bleibt unverändert A3. Der Konzern habe vor Kurzem die letzte Tranche der staatlichen Beihilfen von insgesamt 3 Mrd. € zurückbezahlt, die er während der Finanzmarktkrise im Herbst 2008 erhalten habe, und gewinne dadurch an finanzieller Flexibilität. Zudem hätten sich die Erträge stabilisiert und der Restrukturierungsprozess verlaufe planmässig.Die Schweizer Wirtschaft ist zwar nicht frei von Konjunktursorgen – der starke Franken dürfte im zweiten Halbjahr vor allem in der Touristik Spuren hinterlassen –, dennoch erwartet die ZKB bei abnehmender Exportdynamik 2011 noch ein robustes Plus des Bruttoinlandprodukts (BIP) von 2,5%. Stütze werde vor allem die verbesserte Binnennachfrage sein.Dass Kaufkraft und Lohnniveau in der Schweiz nach wie vor Weltspitze sind, zeigt einmal mehr die jüngste Fortschreibung der UBS-Studie «Preise und Löhne». Danach zählt Zürich neben Oslo und Genf immer noch zu den teuersten Städten der Welt, gleichwohl werden aber auch dort (ebenso wie in Genf und Kopenhagen) die höchsten Löhne gezahlt. Daraus folgt, dass in Zürich (aber auch in Sydney und Luxemburg) die Binnenkaufkraft im globalen Vergleich am höchsten ist (vgl. Grafik oben). UBS hat ihre 2009 erstmals veröffentlichte Erhebung aktualisiert und an die neuen Währungsrelationen angepasst. Seit 2009 hat der Dollar gegenüber dem Franken über ein Viertel seines Wertes eingebüsst, der Euro ist in Franken ungefähr 20% billiger als vor zwei Jahren, und der australische Dollar hat um über 40% gegenüber dem Greenback gewonnen.Immer mehr Entscheidungsträger aus Wirtschaft und Politik sprechen sich dafür aus, dass die Schweizerische Nationalbank (SNB) eine Grenze des Frankenwechselkurses zum Euro vorgibt und diese mit allen Mitteln verteidigt. Wo sie liegen soll, ist unklar: irgendwo von 1.40 Fr./€ (Daniel Lampart, Chefökonom des Schweizerischen Gewerkschaftsbundes) über 1.25 bis 1.30 Fr./€ (Lukas Gähwiler, Chef der UBS Schweiz) bis 1.10 Fr./€ (Ernst Baltensberger, ehemaliger Berater der Nationalbank und Ökonomie-Professor).Ungünstige Konjunkturdaten werden aus Brüssel gemeldet. Im zweiten Quartal stieg das BIP in den 17 Mitgliedsländern im Vergleich zum Vorquartal nur 0,2%, nach 0,8% im ersten Quartal, teilte das europäische statistische Amt Eurostat am Dienstag mit. Hauptgrund der Abschwächung sei das Ende des Aufschwungs in Deutschland und in Frankreich.Die deutsche Wirtschaft wuchs von April bis Juni nur noch 0,1% gegenüber Januar bis März. Die französische Wirtschaft stagnierte sogar. Unter den wirtschaftlichen Schwergewichten der Eurozone hatte diesmal Italien mit 0,3% Plus zum Vorquartal die Nase vorne, gefolgt von Spanien (0,2%).

Bitte loggen Sie sich ein, um diesen Artikel vollständig zu lesen.