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Mathias Cormann: Vom Klimavandalen zum globalen Vermittler

Im Kampf um den Chefposten der OECD setzt sich der Australier durch. Jetzt beginnt seine wahre Aufgabe: einen globalen Steuerkompromiss zu finden.

Die Wahl schien so gut wie entschieden. Doch am Schluss kam es anders: Der Australier Mathias Cormann ist der neue Chef der Organisation für Internationale Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD). Er hat sich gegen zehn Kandidaten durchgesetzt, allen voran die ehemalige EU-Handelskommissarin Cecilia Malmström. Sie hätte nach einem Vierteljahrhundert die OECD-Spitze wieder in europäische Hand bringen sollen.

Dabei ist auch Cormann ursprünglich Europäer. Geboren ist er in Eupen, der Hauptstadt der deutschsprachigen Gemeinschaft in Belgien. In der Schule lernte er Französisch, und das Studium der Jurisprudenz absolvierte er auf Holländisch. Der vierten Sprache mächtig wurde er im Austauschjahr in England. Dort verliebte er sich auch in eine australische Frau, die ihm ihr Heimatland zeigte. Die Beziehung hielt nicht, dennoch entschied sich Cormann mit 25 Jahren, nach Australien auszuwandern.

Politische Karriere

Cormanns belgische Universitätsdiplome waren Down Under nicht viel wert, weshalb er in Perth zuerst als Gärtner arbeitete. Das war aber nur von kurzer Dauer. Bereits in Belgien war Cormann aktives Mitglied der deutschsprachigen Christlich-Sozialen Partei (CSP) und war in Brüssel für einen Europaparlamentarier der CSP tätig. So angelte er sich auch in Australien einen Posten als politischer Mitarbeiter eines Parlamentariers. Von dort arbeitete er sich langsam, aber stetig die Ränge innerhalb der Liberal Party of Australia (LP) hoch, einer der beiden grossen politischen Parteien im Land. Dieser Text ist für Abonnentinnen und Abonnenten reserviert. Digital 5 Wochen ab CHF 20.– Jetzt testen Bereits abonniert?