Gerne wird behauptet, dass der ATS 2500 GT der erste serienmässig hergestellte Mittelmotor-Sportwagen gewesen sei. Oder war es doch der deTomaso Vallelunga? Wie auch immer, es braucht auch in der automobilen Geschichte immer Klarheit, denn da war noch der Franzose René Bonnet.

Bonnet, geboren 1904, war ein anständiger Rennfahrer und kaufte sich 1932 bei der damals bekannten französischen Karosserieschneiderei Deutsch ein. Zusammen mit Charles Deutsch konstruierte er ab 1938 leichte Rennwagen, die auf Panhard-Technik basierten und als Deutsch-Bonnet einigen Erfolg hatten. 1950 stieg DB auch ins Geschäft mit Serienfahrzeugen ein, doch das lief nur so lauwarm.

1961 war Ende Feuer, unter anderem weil Deutsch weiterhin auf Panhard setzen wollte, Bonnet aber lieber Renault-Technik verwendet hätte. Man ging getrennter Wege, denn René Bonnet hatte einen Plan: Gleichzeitig mit einem Formel-3-Rennwagen konstruierte er eine Strassenversion genau dieses Geräts.

Und weil der Motor beim Rennwagen ja mittig, also hinter dem Fahrer, aber vor der Hinterachse platziert war, entstand quasi zwangsläufig der erste Mittelmotor-Sportwagen, genannt Djet. Djet deshalb, weil Bonnet seinen französischen Landsleuten nicht zutraute, das englische Jet einigermassen korrekt auszusprechen, als Djet war es aber anscheinend klar.

Es war eine glorreiche Konstruktion, nicht nur, weil der 1,1-Liter-Vierzylinder von Renault mittig eingebaut war. Der Djet verfügte ausserdem über vier einzeln, über doppelte Dreiecklenker mit je zwei Schraubenfedern und zwei Stossdämpfern aufgehängte Räder sowie Scheibenbremsen rundum, was Anfang der Sechziger noch selten war. Die von Jacques Hubert entworfene Fiberglaskarosse wurde direkt auf den Zentralrohrrahmen genietet.

Das 600 Kilo schwere Wägelchen, 3,8 Meter lang, 1,4 Meter breit und 1,15 Meter hoch, wurde 1962 vorgestellt. Mitte 1963 wurden erste Exemplare ausgeliefert. In der Rennversion mit dem Gordini-Tuning kam der Djet auf 94 PS und war bis zu 190 km/h schnell.

Schwachpunkt war allerdings das Getriebe, das aus dem Lieferwagen Renault Estafette stammte. Immerhin waren die Djet leicht zu reparieren, die grosse Heckklappe ermöglichte einen guten Zugang zur filigranen Technik.

Bis 1964 baute Bonnet 200 Exemplare des Djet. Das war kein gutes Geschäftsmodell, obwohl die Djet rund 20 000 Franc kosteten und damit mehr als etwa ein Facelia. Und so musste Bonnet verkaufen, an seinen Lieferanten Matra.

Dort wurde der Djet bis 1968 unverändert gebaut. Es entstanden 1491 Exemplare. Das Foto zeigt eines aus dem Jahr 1965. Die Geschichte von Bonnet und den Autos endete drei Monate nach der Übernahme durch Matra – frustriert zog er sich aus dem Geschäft zurück.