Unternehmen / Konsum

Max Morgenthaler: Richtiger Riecher für Nescafé

Vor achtzig Jahren lancierte Nestlé den Instantkaffee – ein Milliardengeschäft. Doch Erfinder und Konzernchefs wurden nicht glücklich miteinander.

Nestlé hatte aufgegeben. Max Morgenthaler nicht. Dass am 1. April 1938 die ersten Büchsen Nescafé auf den (Schweizer) Markt kamen, verdankt der Konzern dem hartnäckigen Tüftler. Ohne ihn wäre Nestlé nicht zur heutigen Statur als weltgrösster Nahrungsmittelmulti herangewachsen.

Es begann in den Zwanzigerjahren mit Rekordernten in Brasilien: Der Kaffeepreis sank, die Pflanzer vernichteten Bohnen en masse. Im Lande tätige Bankiers wandten sich an Nestlé mit der Bitte, doch zu versuchen, billigen Überschusskaffee als teures Extraktpulver zu konservieren.

1930 erging ein entsprechender Auftrag an ein Nestlé-Team, dem auch der in Bern promovierte junge Chemiker Max Rudolf Morgenthaler angehörte. Die Equipe kam nach vier Jahren zum enttäuschenden Schluss, es gebe keine taugliche Lösung für Löslichkaffee – das Aroma gehe in der Lagerung verloren.

Der ganze Text ist für Abonnentinnen und Abonnenten reserviert. Abonnieren Bereits abonniert?