«Das Vergangene ist nicht tot; es ist nicht einmal vergangen», sagt der amerikanische Schriftsteller William Faulkner (Nobelpreis 1949). Das Aufkreuzen der «Mayflower II» – eskortiert von einem Segler der Küstenwache – vor Neuengland in diesen Wochen zeigt das schön: Vor ganz genau 400 Jahren stach die historische «Mayflower» in See und brachte eine Hundertschaft meist puritanischer Siedler nach Nordamerika, Calvinisten, denen die Church of England zu katholisch geblieben war. Sie strandeten, von Winden weit nach Norden geweht, im heutigen Massachusetts statt am angepeilten Hudson. Die Männer, Frauen und Kinder blieben, wohin die Vorsehung sie verschlagen hatte. Die Hälfte von ihnen starb im folgenden Winter, die Überlebenden gründeten die Kolonie Plymouth. Das Gottvertrauen, der Durchhaltewillen und die demokratischen Sitten der «Pilgrims» gehören zum Selbstbild der USA. Heute käme die den Pionieren zugeschriebene Standfestigkeit dem amerikanischen Volk durchaus gelegen. Neun Präsidenten stammen, fast aristokratisch, von «Mayflower»-Passagieren ab, zuletzt die beiden Bush. Trump, ohnehin eher ein Parvenu, nicht: Sein deutscher Opa Fritz Trump kam 1885 an, die schottische Mama 1930.

(Bild: Sean D. Elliot/The Day via AP)