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MCH Group rechnet mit höherem Verlust

Die Messebetreiberin geht durch einen Restrukturierungsprozess und hat mit Problemen bei verschiedenen Messen zu kämpfen.

(AWP/GAH) Die mit Problemen kämpfende Messebetreiberin MCH Group (MCHN 19.3 -2.77%) senkt ihre Prognose für das Geschäftsergebnis 2018. Neu erwartet sie vor Sondermassnahmen ein negatives Ergebnis von mindestens 14 Mio. Fr., wie sie am Montag mitgeteilt hat. Bisher war das Unternehmen noch von einem Minus im einstelligen Millionenbereich ausgegangen.

Die hauptsächlichen Gründe für die Verschlechterung des erwarteten Ergebnisses im Vergleich zur Prognose von Anfang September 2018 seien der Rückgang bei den Publikumsmessen Züspa und Comptoir Suisse sowie der nochmals unter den Erwartungen liegende Abschluss der Grand Basel, hiess es in dem Communiqué weiter.

Deutlicher Verlust

Für 2018 rechnet Research Partners gar mit einem unbereinigten Verlust von 170 Mio. Fr. Aktienanalyst Ronald Wildmann glaubt aber, dass «die bereits angekündigte Einstellung der defizitären Messen (Muba, Züspa und Comptoir Suisse), der Verzicht auf Grand Basel im kommenden Jahr, die Verbuchung von Rückstellungskosten im Geschäftsjahr 2018 und weitere Kostensenkungsmassnahmen das Ergebnis 2019 voraussichtlich spürbar verbessern» werden.

Im Rahmen des eingeleiteten Restrukturierungs- und Transformationsprozesses rechnet die MCH Group im Geschäftsjahr 2018 mit Rückstellungen für Restrukturierungskosten im Bereich von 30 bis 40 Mio. Fr. Diese Mittel seien hauptsächlich für strukturelle Massnahmen und organisatorische Optimierungen vorgesehen, schreibt das Unternehmen. Damit geht das Eigenkapital laut Wildmann auf ein sehr tiefes Niveau von 60 Mio. Fr. zurück. Die entsprechende Quote werde infolge der angepassten Zahlen noch lediglich 11% betragen.

Wertberichtigung auf Messehallen

Wie bereits Anfang September angekündigt, muss die Messebetreiberin zudem weitere Sonderabschreibungen für die Wertberichtigung der Messehallen in Basel in dreistelliger Millionenhöhe vornehmen. Wildmann schätzt den Umfang der Massnahme auf 120 bis 130 Mio. Fr. Hintergrund ist die Absage des grössten Ausstellers Swatch Group (UHR 290.2 -2.49%) bei der Uhren- und Schmuckmesse Baselworld, hatte es bereits zu einem früheren Zeitpunkt hierzu geheissen.

Vor einem Monat hatte die MCH Group letztmals im grösseren Stil ihre Pläne zur geplanten Transformation des Unternehmens mitgeteilt. Neben laufenden Sparmassnahmen wurden damals Massnahmen zur Senkung der Kosten, zur Fokussierung der strategischen Initiativen und Investitionen sowie zur Straffung der Organisation kommuniziert. Die neuerliche Korrektur der Prognosen wäre laut Wildmann vermeidbar gewesen, da sie nicht überrasche.

Anfang August war bereits der langjährige MCH-Chef René Kamm nach dem Verlust von Swatch Group als Aussteller zurückgetreten. Seither wird das Unternehmen von Interimschef Hans-Kristian Hoejsgaard geführt. Solange nicht absehbar ist, welche Person das Unternehmen in die Zukunft führt und wie resolut die offenen Baustellen in Angriff genommen werden, gibt es keine Veranlassung, in den Aktien MCH Group investiert zu sein.

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