Unternehmen / Gesundheit

Medacta steigert Umsatz klar

Das Orthopädieunternehmen übertrifft auf Umsatzebene das Niveau des Vorkrisenjahres 2019 deutlich.

(AWP/RB) Das Tessiner Orthopädieunternehmen Medacta hat sich vom Umsatzrückgang in dem von Corona belasteten Vorjahr gut erholt: 2021 kletterten die Verkäufe um 20% auf 363,1 Mio. €, wie Medacta am Donnerstag mitteilte. Damit wurde der Wert des Vor-Corona-Jahres 2019 deutlich übertroffen (311 Mio. €).

Nachdem 2020 wegen Corona in den Spitälern rund um den Globus auch orthopädische Operationen reihenweise verschoben werden mussten, hat das Geschäft mit Hüft- und Knieprothesen im 2021 wieder angezogen. Die Aktivitäten bei den Operationen hätten sich wieder normalisiert, schreibt Medacta.

An der Telefonkonferenz am Nachmittag wurde aber deutlich, dass einige Regionen nach wie vor von Einschränkungen betroffen waren. Im zweiten Halbjahr sei das Geschäft etwa in Australien, das zuvor kaum von Corona gezeichnet war, praktisch zum Erliegen gekommen. Auch in den USA sowie einigen Ländern Europas, vor allem in Grossbritannien und den südlichen Märkten, hätten sich Operationsrückstände gebildet. Im Falle Grossbritanniens könnte es nach Einschätzung von Medacta-CEO Francesco Siccardi angesichts beschränkter Operationskapazitäten ein bis zwei Jahre dauern, um die Wartelisten wieder auf vorpandemisches Niveau zu bringen.

Medacta gelang es den Angaben zufolge, viele Neukunden zu gewinnen. Auch habe die Gruppe die Vertriebsorganisation stark ausgebaut und im gesamten Unternehmen mehr als 150 Jobs geschaffen. Und bereits in der ersten Jahreshälfte seien insgesamt mehr als 50 neue Produkte registriert worden.

Normalisierung in Europa

In der wichtigsten Region Europa stiegen die Einnahmen von Medacta um 21% auf 156,4 Mio. €, dank der Normalisierung in den Spitälern. In Nordamerika wuchs der Umsatz um 18 Prozent auf 109,2 Mio. €. Hier hätten vor allem Neukunden und der Ausbau des Aussendienstes einen wesentlichen Beitrag zur guten Entwicklung geleistet, heisst es.

Der Umsatz im asiatisch-pazifischen Raum nahm um 18% auf 84,9 Mio. € zu, hauptsächlich dank Neukunden und trotz coronabedingter Einschränkungen in Australien. Im Rest der Welt kletterte der Umsatz gar um 48% auf 12,6 Mio. € in die Höhe. Vor allem im Mittleren Osten und Lateinamerika sei das Geschäft gut gelaufen, so die Mitteilung.

Nach Bereichen aufgeschlüsselt wuchs das Hüfte-Geschäft mit 17% auf 179,3 Mio. € und die Knie-Sparte um 23% auf 131,1 Mio. €. In den beiden wichtigsten Sparten konnte Medacta mehrere neue Produkte auf den Markt bringen.

Im kleinere Geschäftsteil Extremitäten, wozu Schulterprodukte und die Sportmedizin zählen, nahm der Umsatz gar um einen Drittel auf 19,0 Mio. € zu und das Wirbelsäule-Geschäft wuchs um 17% auf 33,8 Mio. €.

Keine Angaben macht Medacta in der Mitteilung zum Ausblick, und die Ergebnisse werden am 11. März präsentiert. Bislang hatte das Unternehmen mit einer bereinigten Ebitda-Marge auf Vorjahresniveau gerechnet. An der Telefonkonferenz wurde diese Erwartung bestätigt. Im Jahr 2020 hatte die Marge sich auf 29,1% belaufen.