Meinungen

Mehr als der Spatz

Aktien mit hoher Dividendenrendite sollten Kernbestand jedes Portfolios sein. Ein Kommentar von FuW-Chefredaktor Jan Schwalbe.

«In der Schweiz sind für mich neben den beiden Klassikern Swiss Re und Zurich Insurance, auch Holcim, Helvetia und Cembra kaufenswert. »

Das Sprichwort vom Spatz, den man lieber in der Hand hat, als die Taube auf dem Dach, kennen Sie alle. Oft wird genau diese Redewendung für Dividendenaktien angewendet: Sichere Ausschüttung statt Kursgewinne, die vielleicht nie kommen. Doch das wird Dividendentiteln nicht gerecht. Sie sind mehr als der Spatz in der Hand.

Gerade in Zeiten wie diesen, wo der Aktienmarkt seine Richtung sucht, Inflation ein Thema ist und Zinsanstieg wahrscheinlicher wird, sind Aktien mit stattlicher Ausschüttung kaufenswert. Eine hohe Dividende zeigt, dass ein Unternehmen gut wirtschaftet, stabil ist und dabei einen hohen Cashflow erwirtschaftet. Das trifft besonders auf Branchen wie Versicherer, Tabakunternehmen sowie einige Rohstoffkonzerne zu.


Wo man die Dividendenkönige findet
Tabakkonzerne in Europa, Energietitel in den USA und Rohstoffförderer in den Schwellenländern – FuW identifiziert die höchsten Dividendenrenditen. Lesen Sie hier mehr. 


Zwar dürften die Zinsen nicht über Nacht steigen, doch wir steuern auf höhere Zinsen zu. In solchen Zeiten sind Dividendentitel jeweils besonders erfolgreich. In den USA warfen seit 1960 in sieben von zehn Fällen Aktien mit hohen Dividenden den deutlich besseren Ertrag ab als der Gesamtmarkt. Zyklische Aktien – und das sind Dividendentitel meistens – müssen nicht Quartal für Quartal eine enorme Gewinnsteigerung ausweisen, um die Anerkennung des Marktes zu erhalten. Sie bestechen durch Zuverlässigkeit.

In der Schweiz sind für mich neben den beiden Klassikern Swiss Re (SREN 85.66 -1.15%) und Zurich Insurance (ZURN 378.00 -1%) auch Holcim (LHN 44.44 -2.29%), Helvetia (HELN 100.90 -1.18%) und Cembra (CMBN 62.70 +0.24%) kaufenswert. Bei allen habe ich eine sichere Ausschüttung von knapp unter 4% (Holcim) bis über 7% (Swiss Re). Gerade in Zeiten, in denen Obligationen nichts abwerfen und ich bei anderen Aktien Kursschwankungen aussitzen will, kommt mir die Ausschüttung gelegen.

Leser-Kommentare

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Sibyl Kade 03.08.2021 - 16:46

Die Beispiele, die Sie bringen, mögen gut und korrekt sein, doch allgemein kann man das leider nicht sagen. Was wurden wir doch letztes Jahr überrascht von Dividenen-Kürzungen und -Streichungen, von Unternehmen, von denen man es jetzt auch nicht unbedingt erwartet hätte.

Stefan Huber 04.08.2021 - 11:22

Frau Kade, die Pandemie war ja auch kein Regelfall.

Sibyl Kade 04.08.2021 - 17:20

Das stimmt, Herr Huber. Und genau das soll uns ja zeigen, dass so etwas jederzeit wieder geschehen kann und vermutlich auch wieder passieren wird. Und da wir ja nicht in der Vergangheit anlegen, ist es sicher sinnvoll, auch solche “Unannehmlichkeiten” nicht ganz ausser Acht zu lassen.