Märkte / Emerging Markets

Mehr Ausfälle, aber kein Flächenbrand

Die grossen Schwellenländerkrisen wurden durch eine straffere US-Geldpolitik ausgelöst. Trotz Problemfällen sind die Emerging Markets heute insgesamt robuster.

Die US-Notenbank schraubt nicht nur an den Leitzinsen, um die gesamtwirtschaftliche Nachfrage und die Inflation zu bremsen. Seit diesem Monat verkürzt sie auch ihre Bilanz, indem sie einen Teil der auslaufenden Anleihen nicht mehr reinvestiert. Quantitative Tightening, kurz QT, wird diese Form von Liquiditätsabschöpfung genannt. Und sie sorgt an den Märkten für Nervosität.

Diese geldpolitische Straffung bekommen aber nicht nur die US-amerikanische Wirtschaft und ihre Kapitalmärkte zu spüren. Da der Dollar nach wie vor die Weltwährung ist, hat die US-Geldpolitik auch ausserhalb der Landesgrenzen ihre Wirkung. Das gilt besonders für Staaten, die ihre Währung an den Greenback gekoppelt haben. Für Hongkong oder die Golfstaaten zum Beispiel wird die Geldpolitik effektiv in den USA gemacht. Erhöht das Fed die Leitzinsen, müssen zum Erhalt des Währungs-Peg auch die lokalen Geldmarktzinsen steigen, ungeachtet der lokalen Konjunktur und Inflation.

Déjà-vu für Schwellenländer

Für die Schwellenländer verheissen die strafferen Zügel der US-Notenbank ebenfalls nichts Gutes. Die grossen Krisen der Achtziger- und Neunzigerjahre wurden durch eine restriktive Fed-Politik verbunden mit einer Aufwertung des Dollars ausgelöst.

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