Meinungen

Mehr China

Das Wachstum in China stockt. Dennoch sollten Schweizer Unternehmen die Bande mit China stärken. Ein Kommentar von FuW-Chefredaktor Jan Schwalbe.

«Mehr, und nicht weniger China muss die Devise sein. Jetzt erst recht.»

Gute Nachrichten aus China sind rar geworden. Die Lösung des Handelskonflikts scheint trotz laufender Gespräche in weiter Ferne, das Wachstum der Volksrepublik stockt und die Probleme in Hongkong sorgen für Unruhe.

Zeit also, für Schweizer Unternehmen, in China einen Gang zurückzuschalten und sich anderen Wachstumsmärkten zuzuwenden? Sicher nicht. Mehr, und nicht weniger China muss die Devise sein. Jetzt erst recht.

China hat längst gemerkt, dass es sich öffnen muss. Das Wachstum aus eigener Kraft stösst an seine Grenzen. Investitionen in China, und zwar nicht nur in Produktionsstätten, sondern auch in chinesische Unternehmen, werden immer einfacher. Das gilt für Schweizer Unternehmen ganz besonders. Die Schweiz hat in China einen Stein im Brett. Das muss man ausnutzen. Das Freihandelsabkommen, das die Unternehmen noch viel gezielter nutzen sollten, ist das beste Beispiel dafür. Auch die historischen Bande zwischen den beiden Nationen, die China immer wieder betont, muss man schamlos ausspielen.

China wird die USA über kurz oder lang als grösste Volkswirtschaft ablösen. Das Potenzial ist noch immer gigantisch – Wachstumsschwäche hin- oder her. Klar, ganz blind sollten Schweizer Unternehmen nicht auf die Karte China setzen. Ja, die Nachfrageschwäche gibt es und das trifft im Moment auch Schweizer Unternehmen wie U-Blox (UBXN 73.4 3.6%), Lem (LEHN 1250 0%) oder Autoneum (AUTN 102.3 2.5%). Sie müssen sich anpassen. Doch das sind Spezialfälle. Viele Schweizer Unternehmen haben in China erst die Spitze des Eisbergs entdeckt. Sie und auch die Aktionäre werden am Erfolg in der Volksrepublik noch viel Freude haben. Nur Mut.

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