Die Coronakrise hinterlässt ihre Spuren auch in den Steuereinnahmen der Staaten. Gemäss der aktuellen «OECD Revenue Statistics» erwartet der Club der Industrieländer 2020 einen deutlichen Rückgang der Steuereinnahmen – nachdem die Steuereinnahmen der OECD-Länder schon 2019 erstmals seit einem Jahrzehnt gesunken waren. Vom Rückgang besonders betroffen ist die Mehrwertsteuer, aufgrund des gesunkenen Konsums. Diese Trends gelten auch für die Schweiz. Die Mindereinnahmen in der Mehrwertsteuer fallen umso stärker ins Gewicht, je grösser ihr Anteil ist. Gemessen am Bruttoinlandprodukt machten diese Einnahmen in Ungarn und Neuseeland 2018 je 9,7% aus. Hinter den Spitzenreitern folgt Dänemark mit 9,5%. Im Durchschnitt aller OECD-Länder erreicht der Anteil der Mehrwertsteuer 6,8% am BIP. Am Schluss der Liste finden sich die Schweiz und Australien mit je 3,3% (entsprechend einem Volumen in der Schweiz von rund 23 Mrd. Fr.); sie werden vom Rückgang weniger hart getroffen. Diese Reihenfolge spiegelt sich im jeweiligen Regelsatz der Mehrwertsteuer. Auch da liegt Ungarn an der Spitze, mit happigen 27%. Im Durchschnitt ­aller OECD-Länder sind es 19,3%. Die Schweiz weist mit 7,7% vor Kanada (5%) den geringsten Satz aus. Er ist auch als Standortvorteil der Schweiz zu sehen – daher sollte er auch keinesfalls erhöht werden.