Einst, wenn die Enthüllung einer neuen Mercedes-Benz-S-Klasse anstand, war die Fachwelt immer ein wenig aufgeregt. Es ging dabei weniger um das Auto an sich, sondern um die Innovations- und Strahlkraft des Technologieträgers. Denn was in einer ­S-Klasse auf den Markt kam, war in kommenden Generationen in fast allen Autos zu finden. So war es bei ABS, Airbag, ESP, Navigationssystem und vielen anderen Komfortmerkmalen.

Inzwischen hat sich einiges verändert. Denn das Design der neuen S-Klasse ist nicht mehr so auf­sehenerregend. Sie hat deutlich an Eleganz ein­gebüsst. Zu sehr scheint sie auf den chinesischen Markt ausgerichtet. Im Innenraum sorgen bis zu fünf Displays für beste Unterhaltung. Der grösste Bildschirm ist auf Wunsch in OLED-Technik verfügbar, was ein brillanteres Bild verspricht. Dabei trägt Mercedes besonders viel Sorge dafür, dass die Funktionsvielfalt auch genutzt werden kann. Per Augenkontakt oder Fingerabdruck stellt die neue Mer­cedes-Benz-S-Klasse alles auf Fahrerwunsch ein: Sitzposition, Radiosender, Klimatisierung, Instrumentenlayout und sogar den Aromaduft in der Luft, alles passiert vollautomatisch. Zudem kann die S-Klasse nicht nur mit den Passagieren aller Plätze kommunizieren, sondern sogar mit dem vernetzten Smart Home. Essen im Lieblingsrestaurant bestellen, weil der Kühlschrank leer ist? Die Klimaanlage nachjustieren? Alles kein Problem für die S-Klasse.  Sie weiss gar, wo sich der Verbandskasten befindet.

Mercedes-Benz meint es ernst mit dem Flaggschiff. Das zeigt auch, dass das aktive Fahrwerk nicht nur an der Hinterachse mitlenkt, sondern auch bei einem Unfall den Schaden minimiert, indem es sich bei einem anbahnenden Unfall um acht Zentimeter erhebt. Zudem verfügen alle Sitze über Kopfkissen und können sogar mit einer Nacken­heizung kombiniert werden. Die Kabelschächte sind im Innenraum doppelt isoliert und die Karosseriehohlräume mit Dämmmaterial ausgeschäumt. Eigentlich alles optimal also. Doch es gibt dennoch etwas Enttäuschendes. Die Antriebe sind die gleichen wie im Vorgänger und sind teilweise sogar merklich schwächer geworden.