Das Meersalz von Mesolongi soll erstklassig sein, und die ­Salinen am Golf von Patras, im Westen Hellas’, gelten als die grössten im Land. Das feine Salz trägt Mesolongis Namen in die Küchen der Welt. Das Städtchen wurde freilich schon vor zwei Jahrhunderten im Ausland bekannt: als Keimzelle des erwachenden griechischen Nationalismus. Im Unabhängigkeitskrieg ab 1821 tobten auch um Mesolongi Kämpfe gegen die Truppen des Sultans. In Europa bildete sich die Bewegung der Philhellenen, deren berühmtester der britische Poet Lord Byron wurde; er griff ins Geschehen ein und führte höchstselbst griechische Truppen. Byron starb 1824 eines natürlichen Todes, in – Mesolongi. Dort steht im Heldenpark sein Denkmal, nebenan das seines Mitstreiters ­Johann Jakob Meyer aus Zürich, Gründer der «Ellinika Chronika», der ersten Zeitung in griechischer Sprache. Die Regierungen in Paris, London und Moskau gerieten unter Druck, den hellenischen Brüdern gegen die Osmanen beizustehen, was sie 1829 taten. Heute ist Griechenland abermals vom türkischen Nachbarn herausgefordert; es geht um Erdgas (Erdgas 1.82 -3.75%) im östlichen Mittelmeerraum. Von überzeugender europäischer Parteinahme für die Griechen ist noch wenig zu spüren.

(Bild: AP Photo/Dimitri Messinis)