Zum Thema: Die Kaufkraftparität (PPP)

Messgrössen

Messmethoden zur Ermittlung der Kaufkraftparität gibt es viele: Der Big-Mac-Index ist zwar simpel, dafür nicht sehr aussagekräftig, relative PPP-Masse hängen dagegen von der Wahl des Basisjahres ab.

Simplifizierte Indikatoren zur Messung der PPP sind der Big-Mac- oder der iPad-mini-Index. Gemäss Big-Mac-Index ist der Franken zum Dollar massiv überbewertet. Der Burger kostet umgerechnet 7.14 $, rund eineinhalbmal so viel wie in den USA.

Der Dollar müsste demnach 1.50 Fr. wert sein, notiert derzeit aber unter 0.90 Fr. Der populäre Burger-Index hat einen grossen Mangel: Ein Big Mac wird nicht auf dem Weltmarkt gehandelt. Diese Kritik hat die US-Ökonomen Benn Steil und Dinah Walke veranlasst, die PPP auf Basis der Preise für das iPad mini zu berechnen. Die Abweichungen sind kleiner. Die Überbewertung des Frankens ist mit 15% wesentlich geringer . Die OECD ermittelt die absolute PPP auf Basis der Konsumentenpreisindizes. Auch in dieser Betrachtung ist der Franken seit Jahren massiv überbewertet. Das Problem ist allerdings, dass die Indizes nicht überall gleich zusammengesetzt sind. Zudem enthalten die Warenkörbe auch viele nicht handelbare Güter und Dienstleistungen, die in reichen Ländern teurer sind, da sie nicht dem globalen Wettbewerb ausgesetzt sind. Zur Ermittlung der relativen PPP muss ein Basisjahr festgelegt werden, ab dem die relativen Preise und die Wechselkursänderungen nachgezeichnet werden können. Da Produzentenpreisindizes mehr handelbare Güter enthalten, werden sie bevorzugt. Wegen der Vergleichbarkeit sind auch BIP-Deflatoren beliebt. Unabhängig von der Messgrösse erscheint der Franken zum Euro überbewertet.