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Mexikos Wirtschaft steckt im Wachstumstief

Neun Monate nach seinem Amtsantritt sieht sich Präsident López Obrador weiterhin mit einer schwachen Binnenkonjunktur konfrontiert.

Andreas Knobloch, Mexiko-Stadt

Einige besonders beflissene Medienvertreter hatten ganz genau mitgezählt. Vierzig Mal wurde Mexikos Präsident Andrés Manuel López Obrador während seiner ersten Regierungserklärung am Sonntag von Applaus unterbrochen. Insgesamt fünfeinhalb Minuten beklatschten die rund 600 geladenen Gäste – Kabinettsmitglieder, Gouverneure und Unternehmer – in dem mit mexikanischen Flaggen ausstaffierten Innenhof des Palacio Nacional die Ausführungen des Präsidenten.

Dieser hatte unter hohen Erwartungen vor neun Monaten sein Amt angetreten. Zwar sind die Zustimmungswerte von López Obrador weiterhin hoch, doch die Wirtschaft stagniert, und die Gewaltspirale dreht sich unaufhörlich weiter. In seiner Rede an die Nation hob er die tatsächlichen und vermeintlichen Erfolge seiner bisherigen Amtszeit hervor: die Migrationsvereinbarung mit den USA, den Kampf gegen Benzinraub und Steuerflucht, die Stärkung der mexikanischen Landwirtschaft, die Ausweitung der Ölproduktion und mehr Sozialprogramme. Das Ziel seiner Präsidentschaft fasste er in einem Satz zusammen: «Schluss machen mit der Korruption und der Straflosigkeit.»

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