Unternehmen / Energie

Meyer-Burger-CEO: Mit Finanzierung die Expansion beschleunigen

Nach der Bekanntgabe der Fremdfinanzierung von rund 185 Mio. € zeigt sich Konzernchef Gunter Erfurt erfreut.

(AWP) Meyer Burger (MBTN 0.45 -3.85%) hat sich die schon länger angestrebte Finanzierung mit Fremdkapital gesichert. Mit einem Konsortialkredit über 125 Mio. € und einem sogenannten Factoringvertrag in der Höhe von 60 Mio. fliessen dem Unternehmen insgesamt 185 Mio. € zu.

Die Kredite werden zum Grossteil von der Bundesrepublik Deutschland und den Bundesländern Sachsen und Sachsen-Anhalt garantiert, wie das Unternehmen am Mittwoch mitteilte. Mit dem Geld soll die jährliche Produktionskapazität in den deutschen Werken in Thalheim und Freiberg ausgebaut werden.

Konzernchef Gunter Erfurt zeigte sich an einer Telefonkonferenz erfreut über die gelungene Finanzierung. «Wir werden dadurch unser Expansionstempo beschleunigen können», sagte er vor den Medien und Analysten. Die Finanzierung sei von daher sehr sinnvoll.

Eine Bedingung des Konsortialkreditvertrages sieht vor, dass Meyer Burger bis Juni 2022 weitere Finanzmittel in der Höhe von 100 Mio. € aufnimmt. Ob das über eine Wandelanleihe geschehen soll oder auf andere Art, wollte Erfurt auf Anfrage noch nicht verraten.

Meyer Burger will seine Verkaufsaktivitäten in Zukunft auf das Premium-Segment von Solar-Dachanlagen für Wohnhäuser und kleinere Geschäftskunden konzentrieren sowie auf Versorgungsunternehmen.

Nur grosse Märkte im Fokus

Geografisch will sich Meyer Burger gemäss Erfurt auf die Märkte in Europa und USA sowie in Zukunft auch auf Australien und Japan fokussieren. Dies seien einerseits grosse Märkte und andererseits würden dort die Marktteilnehmer höhere Preise für eine bessere Qualität akzeptieren.

Weiter betonte Erfurt, dass die Solarmodule von Meyer Burger trotz der zu Beginn höheren Investitionskosten günstiger seien als Massenprodukte, da sie aufgrund ihrer hohen Wirksamkeit und Langlebigkeit unter dem Strich einen höheren Energieertrag abwürfen. Insgesamt seien die Module dadurch ökonomisch attraktiver.

Die Gesellschaft hat nach Jahren ohne wirtschaftlichen Erfolg im vergangenen Jahr die Strategie geändert: Statt wie bisher Maschinen zur Herstellung von Solarzellen zu entwickeln und an Solarzellenproduzenten zu verkaufen, will das Unternehmen fortan selbst Solarzellen und -module herstellen. Wie ebenfalls am heutigen Mittwoch bekanntgegeben wurde, sollen künftig keine Solarzellen mehr an Dritte verkauft, sondern alle in der eigenen Produktion von Modulen verarbeitet werden.