Unternehmen / Energie

Meyer Burger drosselt die Produktion

Analyse | Der Solarmodulproduzent muss die Produktion drosseln. ­Corona und operative Herausforderungen belasten den Umsatz.

Schlechte Nachrichten von Meyer Burger (MBTN 0.5440 -5.39%): Der «überdurchschnittlich hohe Krankenstand in der Coronapandemie» zwinge das Unternehmen, die Produktion im sächsischen Freiberg zu drosseln, teilte das Unternehmen am Donnerstagabend mit und räumte einen negativen Einfluss auf den Umsatz 2021 ein. Die Produktionspläne bis Ende Januar 2022 würden angepasst. An der Guidance für das Jahr 2023 hält Meyer Burger fest.

Sachsen ist ein Brennpunkt der Pandemie. Das Unternehmen Solarwatt, das nur wenige Kilometer von Meyer Burger entfernt ebenfalls Solarmodule produziert, nimmt die angespannte Coronasituation zwar auch wahr, musste laut dem Unternehmenssprecher die Produktion deswegen aber bis anhin nicht einschränken. Jedoch: «Der Hochlauf einer zusätzlichen Produktionslinie wurde im November 2021 kurzzeitig durch Coronafälle unterbrochen.» Das sächsische Staatsministerium für Wirtschaft wiederum teilte mit, es gebe im verarbeitenden Gewerbe Unternehmen, die schon seit geraumer Zeit die Produktion einschränken mussten. Gründe seien in der Regel Lieferengpässe und nicht der Personalmangel aufgrund  von Corona.

Bei Meyer Burger kommen zu den Corona-bedingten Engpässen hausgemachte Verzögerungen hinzu. Der Kapazitätsausbau in Freiberg von 0,4 auf 1 Gigawatt Jahreskapazität führe zu zusätzlichen Einschränkungen, hiess es am Donnerstag. Damit zehrt das Unternehmen weiter von den Vorschusslorbeeren, die es von Investoren mit grossem Vertrauen in die neue Strategie bekommt. An der Börse ist es über eine Mrd. Fr. wert, muss aber erst noch beweisen, dass mit den neuerdings selbst hergestellten Solarmodulen endlich wieder Gewinne möglich sind. Die Marktreaktion auf die neuerliche Verzögerung – bereits im Spätsommer berichtete Meyer Burger von Ausfällen, damals wegen Lieferengpässen – war harsch. Am Freitagnachmittag notierten die Valoren über 7% im Minus.