Unternehmen / Schweiz

Meyer Burger wird von Grossaktionär bedrängt

Analyse | Sentis Capital fordert einen strategischen Richtungswechsel. Die Produktion soll ausgebaut werden, wenn nötig finanziert mit einer Kapitalmassnahme.

Dieser Schritt ist ungewöhnlich: Der grösste Aktionär von Meyer Burger, Sentis Capital, fordert das Management des Solarzulieferers öffentlich auf, alle «strategischen Optionen inklusive einer Finanzierung über den Kapitalmarkt» zu prüfen. Zudem fordert er wieder die Erneuerung des Verwaltungsrats, damit dieser «neue Glaubwürdigkeit» gewinnen könne.

In einer am Donnerstagabend veröffentlichten Mitteilung sagen Sentis-Vertreter, Meyer Burger stehe vor «entscheidenden Weichenstellungen» und evaluiere derzeit Wege zur Kommerzialisierung des Portfolios, konkret der Heterojunc­tion-Technologie (HJ), unter anderem über eine strategische Partnerschaft.

Weitere Kapitalerhöhung?

Sentis stellt sich gegen eine solche Partnerschaft und ruft das Meyer-Burger-Management auf, eine eigene Produktion für Heterojunction aufzubauen, um den Wettbewerbsvorteil der Technologie nutzen zu können. Die Aktien reagierten am Freitag positiv, liegen aber immer noch deutlich unter dem Niveau der ersten Wochenhälfte. Finanziert werden solle eine solche Investition entweder durch den Kapitalmarkt oder durch einen strategischen Partner, der eine Prämie zu zahlen bereit sei. Bei der Meyer-Burger-Führung stossen die Forderungen von Sentis auf Unverständnis. Gegenüber FuW erklärte CEO Hans Brändle: «Strategische Optionen wie die Eigenproduktion von HJ-Zellen wurden geprüft, aber nicht weiterverfolgt. Wir sind ein Anlagenbauer, kein Solarmodulhersteller.» Hingegen sei man daran, in China nach Partnern Ausschau zu halten, die Meyer Burger bei der Auslagerung der Produktion von Standard-PV-Technologien unterstützen. Der Aufbau einer neuen HJ-Produktion erscheint derzeit wenig wahrscheinlich. Denn eine «Finanzierung durch den Kapitalmarkt» würde für Meyer Burger eine Kapitalerhöhung oder die Aufnahme von Schulden bedeuten. Sentis – eine Tochter von Elbogross, zuvor unter dem Namen Brustorm bekannt – ist ein Beteiligungsvehikel des ­russischen Milliardärs Petr Kondrashev. Sentis hält nach eigenen Angaben 6,1% des Kapitals von Meyer Burger.

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