Unternehmen / Industrie

Meyer Burger kommt voran

Analyse | Der Solartechniker schreibt erneut Verlust. Alle Hoffnungen ruhen auf der neuen Strategie.

Meyer Burger ist immer für eine Überraschung gut. Die Jahreszahlen 2020 fielen allerdings erwartungsgemäss schlecht aus, einmal mehr. Der Solarzulieferer hat im Wesentlichen den Auftragsbestand abgearbeitet und so noch gut ein Drittel des Umsatzes von 2019 erwirtschaftet (vgl. Tabelle). Unter dem Strich resultierte ein Verlust von 64,5 Mio. Fr. Nachdem die flüssigen Mittel im vergangenen Jahr bedrohlich schnell zerronnen waren, hat das Unternehmen nach der im Juli genehmigten Kapitalerhöhung um 165 Mio. Fr. wieder etwas Luft.

Und die werden benötigt, denn Meyer Burger vollzieht derzeit einen Kraftakt. CEO Gunter Erfurt ist im vergangenen April angetreten mit der Mission, aus der Zulieferin von Anlagen eine Produzentin von Solarzellen und Zellmodulen zu machen. Die Gesellschaft will künftig also die Maschinen, mit denen der Umsatz harzte, selbst nutzen, statt sie etwa an chinesische Hersteller von Solarzellen zu verkaufen.

Produktion soll im Frühjahr starten

Die Fortschritte in diesem Projekt sind für ein seit neun Jahren defizitäres Unternehmen beachtlich. Die Ausrüstung von zwei Fabrikhallen schreitet voran, die Produktion soll noch im zweiten Quartal anlaufen. Die Kapazität soll in einer ersten Phase 400 Megawatt pro Jahr betragen, und schon bei diesen im Branchenvergleich geringen Mengen werde Meyer Burger die Gewinnzone erreichen, betonte CEO Erfurt an der Bilanzmedienkonferenz am Donnerstag einmal mehr. Dieser Text ist für Abonnentinnen und Abonnenten reserviert. Digital 5 Wochen ab CHF 20.– Jetzt testen Bereits abonniert?

Leser-Kommentare

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Stefan Huber 11.03.2021 - 11:04

Frau Chassot geben Sie doch dem Unternehmen etwas Zeit. Ich bin davon überzeugt, dass sie diese Aufgabe meistern können. Auf lange Sicht wird Meyer Burger Mehrwert für seine Aktionäre und Mitarbeiter generieren.

Christoph Saetteli 11.03.2021 - 14:50

Meyer Burger im Modus einer wirtschaftlichen Neugründung als ewiges start up. Die Aktie hat keinen inneren Wert sondern ist eine Option auf zukünftigen Erfolg. Der Sättigungsgrad in dieser Industrie ist hoch und die Konkurrenz potentiell ruinös. Die Investitionen weisen ausserdem ein Klumpenrisiko auf.

Robert Büchel 11.03.2021 - 22:12

Ich bin erstaunt, mit welchen Argumenten die FuW auch jetzt wieder ihre Leser von einer Investition in die Firma Meyer Burger abrät. Ich stelle das Fachwissen dieser Wirtschaftszeitung ernsthaft infrage. Unabhängigen Journalismus mit Qualität sucht man in diesem Artikel vergebens.