Unternehmen / Energie

Meyer-Burger-Konkurrent beantragt Gläubigerschutz

Der US-Solarzulieferer GT Advanced Technologies hat Gläubigerschutz beantragt. Rund 1,4 Mrd. $ Börsenwert sind vernichtet.

Es war ein ominöses Vorzeichen: Das neue iPhone 6 von Apple (AAPL 455.61 3.49%) ist ohne das besonders kratzfeste Saphirglas ausgeliefert worden. Für GT Advanced Technologies war das wohl der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen brachte. Das Unternehmen ist ein – offiziell nicht bestätigter –  Zulieferer für die Saphirglasproduktion von Apple.

Am Montag hat die Gruppe Gläubigerschutz unter Chapter 11 des US-Konkursrechts angemeldet. Am Nasdaq brachen die Valoren 92% auf 0.87 $ ein, was etwa einem Verlust von 1,4 Mrd. $ Börsenwert entspricht. Die Titel notierten vor einem halben Jahr noch über 19 $.

Nicht aus dem Markt verschwinden

Tom Gutierrez, der CEO von GT Advanced Technologies, erklärte am Montag, das Unternehmen habe ein starkes und fundamental gesundes zugrundeliegendes Geschäft. Der Insolvenzantrag bedeute nicht, dass GT sich nun aus dem Markt verabschiede. Es sei geplant, das operative Geschäft weiterzuführen.

Per Ende September hatte das Unternehmen 85 Mio. $ Barreserven in der Bilanz, bei einer Bilanzsumme von rund 1 Mrd. $. GT produziert auch Öfen zur Herstellung von Solarsilizium.

Auf die Aktien Meyer Burger (MBTN 0.147 -2.46%) färbte die Nachricht im späten Montagshandel etwas ab – sie glitten vom Tageshoch über 2% ab. Das Debakel von GT zeigt, wie schwierig die Lage im Solarsektor ist und bleibt. Auch dämpft sie die Erwartungen im Saphirgeschäft erheblich. Auch Meyer Burger ist – nicht offiziell bestätigt – Apple-Zulieferer und bietet eine Technologie zum Schneiden von Saphirglas an.

Die Krise von Wettbewerber GT Advanced zeigt, dass die Marktentwicklung in diesem Bereich offenbar nicht den Erwartungen des Managements entsprach. Es wird sich weisen müssen, ob dies auch für Meyer Burgers Aktivitäten gilt.

Vor allem negativ zu werten

Die Analysten der Baader Bank weisen in einer Kurzeinschätzung darauf hin, dass mit GT eine Wettbewerbstechnologie (Hyperion) wegfällt. Andererseits sei die GT-Insolvenz ebenso ein Zeichen, dass ein Grossprojekt in Katar nicht recht vorankomme. In dieses Projekt, das in den Aufbau einer Modulfabrikationslinie im Gigawattbereich münden soll, ist auch Meyer Burger involviert.

Die jüngste Kapitalaufnahme über die Ausgabe einer Wandelanleihe zeigt, dass auch das Umfeld für Meyer Burger angespannt bleibt. Die Titel sind weiter korrekturgefährdet.